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GdP Berlin

16.03.2026

Ein Drittel der Polizei-Studienplätze bleibt wieder leer
GdP erneuert Warnung: Berlin verspielt seine zukünftige Sicherheit

Info Pressemitteilung Stories

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lässt nicht locker und warnt vor dem nächsten Einstellungs-Desaster, das die Polizei Berlin zum 1. April erwartet. Während die 120 Stellen des gehobenen Dienstes in der Kriminalpolizei mit geeigneten Bewerbenden gefüllt wurden, sind es bei den 180 Stellen der Schutzpolizei zwei Wochen vor Semesterbeginn gerade einmal 40 Prozent. So wird schon zu Beginn ein Drittel der dringend benötigten Nachwuchskräften hergeschenkt.

„Egal, wie schön wir das reden, egal wie wir die Statistik mit polizeiinternen Aufsteigern kaschieren, es ist und bleibt ein Desaster. Als GdP problematisieren wir die viel zu geringen Einstellungszahlen seit Jahren, aber anscheinend hat Berlins Politik die Dimensionen noch immer nicht verstanden. Wenn wir das mit den Märzeinstellungen im mittleren Dienst zusammennehmen, ist das ein ganzer Polizeiabschnitt, den wir am Anfang herschenken. Hinzu kommt die Dropout-Quote im Verlauf von Ausbildung und Studium. Während unsere Kolleginnen und Kollegen alles versucht haben, um das langwierige Einstellungsprozedere zu straffen, das Ampelsystem und auch die veränderte Kommunikation durchaus Früchte tragen, scheint Politik unsere Warnungen komplett zu ignorieren“, sagt GdP-Landesvize Thorsten Schleheider am Dienstagmorgen. In der Tat präsentiert die Gewerkschaft seit Jahren immer wieder die Einstellungszahlen und offenbart Berlins Politik, dass es keinesfalls reicht, nur Stellen im Haushalt zu hinterlegen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Im Frühjahr 2025 konnten nur 237 von 312 im mittleren Dienst und 199 von 300 im gehobenen Dienst besetzt werden, in den kategorisch besseren Herbsteinstellungsfenster ca. 250 bzw. 307. Vor zwei Wochen begrüßte die Polizei Berlin 189 Nachwuchskräfte im mittleren Dienst, 312 waren möglich. 

„Aus dem politischen Raum höre ich, wenn überhaupt, Generationen-Bashing oder Resignation vor dem Arbeitnehmermarkt, in dem sicher alle ihre Probleme haben. Aber verdammt nochmal: Wir sind die Hauptstadtpolizei, haben einen tollen Beruf im Angebot, Vielfalt und Abwechslung, die es nirgendwo anders gibt. Ich erwarte, dass sich das gesamte Abgeordnetenhaus jetzt endlich mal dazu aufschwingt, um mit uns über die Kernaufgaben von Polizei in dieser Stadt zu sprechen. Wir werden weniger, weil wir Menschen in den wohl verdienten Ruhestand verlieren, sind personell schon jetzt nicht für alle Aufgaben in dieser Stadt aufgestellt und bekommen zahlenmäßig nicht den Nachwuchs, den wir brauchen. Das liegt auch daran, dass wir in Bruchbuden arbeiten, mit Dreckskarren durch die Gegend fahren und es weiterhin nicht die Rückendeckung aus der Politik gibt, die wir brauchen“, so Schleheider.

Drei weitere Schritte zur Attraktivitätssteigerung

  • Tablets für gD
  • Kleiderkonto für Azubis und Studis
  • Freie Heilfürsorge gD

 

Weitere Informationen

Benjamin Jendro

Abteilungsleitung und Pressesprecher

jendro@gdp-berlin.de

Mobil: +49 (0)151 11280361

Telefon +49 (0)30 210004-13