21.04.2026
Motten, Ratten und baufällige Ruine
GdP zeigt desaströse Zustände am neuen Regionalabschnitt Friedrichstraße
Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm und kritisiert die desaströsen Zustände auf Deutschlands Brennpunktabschnitt Nummer 1 an der Friedrichstraße, zuständig u. a. für Kottbusser Tor und Görlitzer Park. Neben bröckelnder Bausubstanz und eklatantem Platzmangel für die Beschäftigten flattern Motten durch die Schränke, tote Ratten wurden bereits entdeckt.
„Wir haben durch den Personalrat der Direktion 5 von diesen unerträglichen Zuständen, das Wegignorieren arbeitsrechtlicher Vorschriften und eklatanter Gesundheitsgefahren erfahren und sind froh, dass die Beschäftigtenvertretung hier ihrer Aufgabe nachkommt und auf diese gravierenden Missstände hinweist“, so GdP-Landesvize Thorsten Schleheider am Mittwochmorgen. Der zuständige Personalrat der Brennpunktdirektion hatte die Kolleginnen und Kollegen ausführlich über die Probleme und Mängel informiert und sehr deutliche Worte gefunden.
Monitore müssten aufgrund des Platzmangels der alten Wachräume auf Fensterbänken abgestellt werden, im so genannten Pausenraum sollen teilweise kaputte Ramsch-Möbel zusammengeschoben worden sein. Einen behindertengerechten Zugang habe man vergessen, heraushängende Stromkabel würden mit Paketklebeband provisorisch fixiert. Des Weiteren fehle es für die Funkwagen an Parkplätzen, Bauarbeiten hätten gefährliche mineralhaltige Untergründe zutage gefördert, auf eine sicherheitsrelevante Scheibe warte man seit neun Monaten, so dass Wachräume nicht nutzbar sind, ein wichtiger Fluchtweg soll komplett zugemauert worden sein . Zentraler Adressat des Personalrats ist neben der Direktionsleitung, der er vorwirft, gezielt Mitbestimmungsrechte zu unterlassen, um die Strukturreform durchzudrücken, auch die BIM, die nicht vorankommt. Als neue Idee sollen die Kollegen selbst neue Wandfarbe aufbringen, weil sich keine Firmen finden.
„Wir reden über den wohl am stärksten belasteten Polizeiabschnitt unseres Landes. Aber die Raketenwissenschaftleridee besteht darin, dass unsere Kollegen dann auch noch selbst malern sollen, um Geld und Zeit zu sparen. Polizeivollzugsbeamte sind keine günstige Alternative zu Malermeistern. Losgelöst davon reden wir über Zustände, bei denen andere Gebäude wegen Gesundheitsgefahren dichtgemacht werden müssen. Wenn Motten aus dem Schrank flattern und tote Ratten auf dem Boden liegen, ein Stromschlag praktisch eine Frage der Zeit ist, kann das keiner einfach wegatmen. Der Personalrat legt den Finger in die Wunde und hat dahingehend unsere volle Unterstützung. Es ist ein trauriges weiteres Beispiel für die Folgen eines 2,5 Milliarden-Euro-Sanierungsstaus bei den Bruchbuden, die wir als Hauptstadtpolizei Dienststelle nennen müssen“, so Schleheider.
Weitere Informationen
Benjamin Jendro
Abteilungsleitung und Pressesprecher
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