19.07.2026
Ergebnis unserer Umfrage:
24h-Dienst und 48h-Woche
989 Kolleginnen und Kollegen haben zwischen dem 21. Mai und dem 26. Juni 2026 an unserer Umfrage „48h-Wochenarbeitszeit als Preis für flächendeckend 24h auf den LHF“ teilgenommen. Dafür sagen wir Danke! Es zeichnet sich ein deutliches Stimmungsbild ab.
Nach vollständiger Auswertung sind hier die wichtigsten Ergebnisse für Euch:
- Der 24h-Dienst (flexibler Dienst) ist gewollt: 65,5 % stehen ihm offen gegenüber (41,9 % „Ja“, 23,6 % „nur unter Auflagen“). Die Kommentare sprechen eine klare Sprache: weniger Dienstantritte, längere Freiblöcke, bessere Erholung, mehr Zeit für die Familie
- Der geforderte Preis dafür nicht: 63,1 % akzeptieren keine 48h-Woche, für die Mehrheit (55,8 %) ist die heutige 44h-Woche die Obergrenze
- Uneingeschränkt hinter dem Paket „24h-Dienst gegen 48h-Woche mit Faktorisierung“ stehen nur 27,2 % der Teilnehmenden. Alle anderen lehnen ab oder knüpfen ihre Zustimmung an Bedingungen.
- Euer Auftrag an uns ist eindeutig: 61,9 % wollen, dass die GdP keinem 48h-Modell zustimmt – unter unseren eigenen Mitgliedern sogar 64,4 %.
- Der größte Kritikpunkt ist die Faktorisierung: In den 265 Freitext-Kommentaren ist „Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit“ die mit Abstand häufigste Forderung – quer durch alle Lager, auch von Befürwortern des 24h-Dienstes bzw des flexiblen Dienstplans.
- Wichtigster Entscheidungsfaktor: Familie und Gesundheit (71 %), noch vor allen dienstlichen Fragen.
Wichtig zur Einordnung
Es geht nicht um die Rückkehr zu einem verpflichtenden Regel-24h-Dienst für alle. Gegenstand ist ein flexibles Dienstplanmodell, das 24h-Dienste berlinweit als freiwillige Option ermöglicht - neben dem 12h-Dienst, nicht statt ihm. Wer den 12h-Dienst behalten will, soll ihn behalten können, ohne Nachteile. Das Ergebnis ist belastbar: Die Umfrage wurde auf Auffälligkeiten geprüft (Bearbeitungszeiten, Einsendemuster, Doppelungen) – es gibt keinerlei Hinweise auf
Manipulation. GdP-Mitglieder, Mitglieder anderer Gewerkschaften und Unorganisierte haben nahezu identisch geantwortet. Das ist kein GdP-internes Stimmungsbild, sondern die Stimme der gesamten Belegschaft.
Wofür wir uns jetzt einsetzen
- 24h-Dienste als freiwillige Option im flexiblen Dienstplanmodell - berlinweit möglich,
ohne Zwang und ohne Nachteile für alle, die im 12h-Dienst bleiben wollen
- Keine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden - die 44h-Woche ist für uns
die Obergrenze
- Faire Anrechnung: Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit - eine Faktorisierung, bei der Ihr
trotz voller Anwesenheit Stunden verliert, machen wir nicht mit
- Die Belastung im Rettungsdienst muss gesondert betrachtet werden - was ist mit dem
RTW-X, der immer mehr in die Regelrettung eingebunden wird?
- Leitstelle, Technischer Dienst, Führungsdienste und weitere Bereiche sollen bei
neuen Dienstplanmodellen nicht vergessen werden - wenn es sinnvoll und gewollt ist
Eure Botschaft ist eindeutig – und sie ist unser Verhandlungsmandat:
24h-Dienst ja - aber freiwillig, fair angerechnet und nicht zum Preis der 48h-Woche. Mit
diesem Auftrag gehen wir in die Gespräche mit der Behörde.
Mit kollegialen Grüßen
Euer Vorstand der Bezirksgruppe Feuerwehr
Weitere Informationen
Mario Busch
Bezirksgruppenvorsitzender
