27.09.2026
Quo vadis Beihilfe – Licht am Ende des Tunnels
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in den letzten Monaten häufen sich wieder Eure Rückmeldungen zu unfassbar langen Bearbeitungszeiten bei der Beihilfe. Ein untragbarer Zustand, wenn man bedenkt, dass Ihr Rechnungen zu bezahlen habt und hier teilweise mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen müsst. Wir sind natürlich hartnäckig an der Problematik dran und konnten aus einem Gespräch mit dem Landesverwaltungsamt ein paar positive Nachrichten mitnehmen.
Durch die am 10.09.26 im Abgeordnetenhaus beschlossene Dienstrechtsreform II können Anträge zukünftig verstärkt automatisiert bearbeitet werden. Zudem gibt es Erleichterungen bei der Bearbeitung der pauschalen Beihilfe. Eine Beteiligung des HPR für die Automatisierung besteht unmittelbar bevor. Als erstes soll die automatisierte Unterstützung der Sachbearbeitung bei Ärztlichen Rechnungen eingesetzt werden (ca. 45 % aller Anträge). Bis es wirklich so weit ist, versucht man nach Absprache mit der Senatsverwaltung für Finanzen weiterhin über die freiwillige Mehrarbeit der Beschäftigten den Antragsstau spürbar zu senken. Dieser ist wie in jedem Jahr durch die Sommerferien noch mal deutlich angestiegen, soll aber nach und nach abgebaut werden, bereits Anfang Oktober spürbar sein. Aktuell liegt man bei desaströsen 46 Arbeitstagen, in den letzten Wochen konnte der Rückstau von 144.000 zumindest auf knapp 90.000 gesenkt werden. Das Ziel ist, kurzfristig stabil auf unter 40 Tage und bis Jahresende unter die wichtige Marke von 20 Arbeitstage zu kommen, um insbesondere Rechnungen von Ärzten, Physiotherapeuten und sonstigen Behandelnden wieder innerhalb des gesetzten Zahlungsziels mit der Beihilfeerstattung ausgleichen zu können. Trotz eines massiven Anstiegs der Anträge auf erstmalig in der Prognose mehr als eine Million für das Jahr 2026 (100% Anstieg des Antragsvolumens seit 2020) wird es mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung aber definitiv keine weiteren Stellen geben, was im Ansatz nachvollziehbar ist.
Eilt-Bearbeitung ab 4.000 Euro
Wichtig für Euch zu wissen: Es gibt schon jetzt im Rahmen des hausinternen Risikomanagements eine klare Priorisierung. Außerdem erfolgt eine Eilt-Bearbeitung bei Anträgen der individuellen Beihilfe mit Kosten über 4.000 Euro und bei Anträgen in Zusammenhang mit der Pflege. Hier sollte es innerhalb von 10 Arbeitstagen einen Bescheid geben. Sollte das nicht der Fall sein, meldet Euch bitte bei uns! Grundsätzlich erwarten wir auch von einer neuen Landesregierung eine Novellierung der Beihilfesätze sowie Kostenübernahme bei Dienstunfällen und kämpfen weiterhin für eine Übernahme der Vermutungsregelung in § 80 a Absatz 1 BBG, durch welchen eine Bearbeitung bzw. Auszahlung aller Anträge spätestens nach einem Monat erfolgen würde.
Weitere Informationen
Benjamin Jendro
Abteilungsleitung und Pressesprecher
jendro@gdp-berlin.de
Mobil: +49 (0)151 11280361
Telefon +49 (0)30 210004-13
