26.01.2026
Mitarbeitende im Migrationsamt verzweifeln an IT-Infrastruktur
Der Traum der Digitalisierung schreitet nicht voran, sondern scheitert im Migrationsamt Bremen schon an den einfachsten Dingen. Anstatt dass die IT die Arbeit der Belegschaft im Migrationsamt entlastet, verzweifeln diese täglich an der schlechten Infrastruktur und müssen sich dafür dann immer wieder in der Presse anhören, wie langsam die Mühlen in der Verwaltung doch mahlen.
Im Migrationsamt sind die Kolleginnen und Kollegen froh, wenn die Mühlen überhaupt mahlen, denn täglich kämpfen diese mit IT-Problemen. Besonders problematisch ist dies in der laufenden Publikumssachbearbeitung – Fehlermeldungen bei der Aufnahme von Biometriedaten, lange Wartezeiten bei der Verarbeitung von Dokumenten in der e-Akte und der Übermittlung von Anträgen an die Bundesdruckerei.
„Es kann nicht sein, dass alle nach der Verwaltungsdigitalisierung schreien, aber bislang nicht einmal die Grundlagen dafür gelegt worden“, ärgert sich der GdP-Fachgruppenvorsitzende Verwaltungspolizei Denis Geger über die Zustände im Migrationsamt.
Benötigen die Mitarbeitenden weitere Hilfe, so muss sich an den IT-Dienstleister gewandt werden, und auch hier ist dann eine schnelle Lösung zumeist nicht in Sicht. Der First-Level-Support schafft es nämlich meist nicht, das Problem direkt zu lösen. Die Beschäftigten erhalten ein Ticket und müssen auf weitere Hilfe durch den IT-Dienstleister warten, und die Publikumssachbearbeitung gerät ins Stocken.
„Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten am Limit, die Fallzahlen in der Sachbearbeitung sind deutlich gestiegen, da kann es nicht sein, dass die IT eine zusätzliche Belastung darstellt. Seit der Einführung der e-Akte wurden vom Personalrat bereits zahlreiche Gespräche mit der senatorischen Dienststelle diesbezüglich geführt, doch eine Besserung ist nicht eingetreten, dieser zusätzliche Stress zermürbt die Kolleginnen und Kollegen“, so Geger.
Die Gewerkschaft der Polizei fordert den Bremer Senat daher auf, das Thema Digitalisierung endlich voranzutreiben und auch den Druck auf den IT-Dienstleister zu erhöhen, damit in der öffentlichen Verwaltung effektiver gearbeitet werden kann.
