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GdP Bremen

09.02.2026

Gewerkschaft der Polizei fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 300 Euro

Tarifverhandlungen

Die Belastungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben in den vergangenen
Jahren ein Ausmaß erreicht, das nicht länger ignoriert werden kann. Neben
wachsendem Arbeitsdruck, Personalmangel und steigenden Anforderungen geraten die
Kolleginnen und Kollegen zunehmend auch privat unter massiven finanziellen Druck.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert deshalb eine Lohnerhöhung von 7 Prozent,
mindestens jedoch 300 Euro, sowie mindestens 200 Euro mehr für Auszubildende –
sofort und ohne Laufzeiten, die weitere Reallohnverluste festschreiben.

Besonders stark belasten die drastisch gestiegenen Kosten für Energie und Wohnen die Haushalte. Heizkostenabrechnungen erreichen neue Höchststände, Strom- und Gaspreise bleiben auf hohem Niveau. Mit Blick auf die kommenden Winter wächst bei vielen Beschäftigten die Sorge, ob sie sich das Heizen ihrer Wohnung dauerhaft überhaupt noch leisten können.
Hinzu kommen massiv gestiegene Lebensmittelpreise. Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Fleisch, Obst und Gemüse haben sich in den vergangenen Jahren teils
deutlich verteuert. Für viele Familien bedeutet das: bewusster Verzicht beim Einkauf, Einschränkungen im Alltag und eine permanente finanzielle Anspannung.

„Die Lebenshaltungskosten steigen seit Jahren deutlich schneller als unsere Einkommen – und das spüren die Beschäftigten jeden einzelnen Monat“, erklärt der Landesvorsitzende der GdP, Nils Winter.

Auch die Kosten im Gesundheitsbereich steigen kontinuierlich. Höhere
Krankenkassenbeiträge, steigende Zusatzbeiträge sowie immer häufigere Eigenanteile –
etwa beim Zahnarzt oder für Medikamente – reißen spürbare Lücken in die
Haushaltskassen der Beschäftigten. „Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein.
Doch genau das erleben viele Kolleginnen und Kollegen inzwischen“, so Winter.
Zusätzlich belasten steigende Mobilitätskosten die Beschäftigten. Das
Deutschlandticket ist von einst neun Euro auf inzwischen 63 Euro gestiegen. Für viele
Pendlerinnen und Pendler im öffentlichen Dienst ist das ein erheblicher Mehrbetrag.
„All diese Kostensteigerungen sind real, dauerhaft und nicht vorübergehend“, betont
Winter. „Ein bloßer Inflationsausgleich reicht längst nicht mehr aus. Wer heute nur den
Status quo sichern will, zementiert faktisch weitere Reallohnverluste.“
Besonders kritisch sieht die GdP Pläne, wie sie aktuell unter anderem in Bremen
diskutiert werden, die wöchentliche Arbeitszeit ohne finanziellen Ausgleich zu
erhöhen. „Mehr Arbeit bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten ist nichts
anderes als eine versteckte Lohnkürzung“, stellt Winter klar. „So verliert man Fachkräfte
und macht den öffentlichen Dienst unattraktiv.“

Die Forderungen der Gewerkschaft der Polizei sind eindeutig:

  • 7 Prozent mehr Lohn – mindestens 300 Euro
  • Mindestens 200 Euro mehr für Auszubildende
  • Keine langen Laufzeiten, die weitere Reallohnverluste festschreiben


„Wertschätzung zeigt sich nicht in warmen Worten, sondern in fairer Bezahlung“, so Winter abschließend.