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03.03.2026

Gewerkschaft der Polizei fordert Konsequenzen aus Polizeilicher Kriminalstatistik 2025

Pressemitteilung PKS

Die heute veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Land Bremen zeigt ein gemischtes Bild: Zwar sind die Gesamtzahlen der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr rückläufig und die Aufklärungsquote ist gestiegen, dennoch bereiten insbesondere die deutlich zunehmenden Gewalt- und Messerdelikte große Sorgen.

Der Landesvorsitzende der GdP, Nils Winter: „Angesichts der aktuellen Entwicklungen gibt es keinen Grund für Jubel. Besonders alarmierend sei der starke Anstieg von Messerangriffen, die im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent zugenommen haben. Auch die Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten sei mit einem Plus von über 60 Prozent drastisch gestiegen.“

Darüber hinaus verzeichnet die Statistik einen Anstieg um 32 Prozent bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung, eine Zunahme von 11 Prozent bei Fällen häuslicher Gewalt sowie einen Anstieg um 7 Prozent beim sexuellen Missbrauch von Kindern.

Neben den steigenden Gewaltzahlen sieht die Polizei sich weiterhin mit erheblichen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere die hohe Arbeitsbelastung der Polizeibeschäftigten in Bremen und Bremerhaven ist deutlich spürbar. Knappe Personalressourcen, wachsende Aufgabenbereiche und eine nur langsam voranschreitende Digitalisierung erschweren die tägliche Arbeit der Sicherheitsbehörden erheblich. Auch die jüngste Novelle des Bremischen Polizeigesetzes kann nur begrenzt Wirkung entfalten, wenn es an ausreichend Personal fehlt. Maßnahmen wie die Kontrolle von Waffenverbotszonen oder die Überwachung elektronischer Fußfesseln erfordern zusätzliche personelle Kapazitäten.

Die Gewerkschaft der Polizei fordert daher zusätzliche Investitionen in die innere Sicherheit. Dazu gehören insbesondere mehr Personal, eine schnellere Digitalisierung sowie erweiterte Ermittlungsbefugnisse, etwa im Bereich der Vorratsdatenspeicherung und Quellen-TKÜ.

„Zugleich muss der Schutz der Einsatzkräfte verbessert werden. Polizeibeamtinnen und -beamte werden im Dienst ständig bedroht, bespuckt oder gezielt angegriffen. Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu erhöhen, fordern wir unter anderem zusätzliche materielle Ausstattung wie Schnittschutzhemden und die flächendeckende Einführung von Distanzelektroimpulsgeräten. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass die Polizei im Land Bremen dringend mehr Unterstützung benötigt, um den wachsenden Herausforderungen wirksam begegnen zu können“, meint der GdP-Landesvorsitzende Nils Winter abschließend.