07.04.2026
Sicherheitslage spitzt sich zu: Rekordzahlen bei politisch motivierter Kriminalität
Die aktuelle Statistik zur politisch motivierten Kriminalität im Land Bremen zeigt eine weiterhin besorgniserregende Entwicklung. Die Fallzahlen sind im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Erstmals wurden über 1.000 Fälle registriert – ein Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem bereits zuvor ein Zuwachs von über vierzig Prozent verzeichnet worden war.
„Die Situation ist weiter sehr ernst und die Kriminalpolizei sowie das Landesamt für Verfassungsschutz pfeifen personell und materiell aus dem letzten Loch“, erklärt Nils Winter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) – Landesbezirk Bremen.
Die Zahlen machen deutlich, dass insbesondere politisch motivierte Straftaten im Kontext von Extremismus, Terrorismus und hybriden Bedrohungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig ist die Arbeitsbelastung der Ermittlerinnen und Ermittler in Bremen und Bremerhaven nachweislich enorm. Begrenzte Personalressourcen treffen auf eine wachsende Kriminalitätslage sowie zusätzliche komplexe Aufgabenfelder.
Neben der steigenden Fallzahl erschweren eine nur langsam voranschreitende Digitalisierung, fehlende technische Ausstattung sowie unzureichende rechtliche Befugnisse die effektive Ermittlungsarbeit zusätzlich. Die Sicherheitsbehörden stehen dadurch unter erheblichem Druck.
Die GdP Bremen fordert daher unverzüglich konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Sicherheitsbehörden. Dazu gehören insbesondere die schnelle Einstellung von Expertinnen und Experten mit spezialisierten Fähigkeiten, der direkte Einstieg in die Kriminalpolizei nach erfolgreichem Abschluss der Polizeiausbildung, erweiterte Befugnisse zur Gefahrenabwehr im digitalen Raum, der Abbau von datenschutzbedingten Ermittlungshemmnissen, beschleunigte Strafverfahren durch priorisierte Ermittlungsarbeit, sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Sicherheitsbehörden.
„Die polizeiliche Bekämpfung der erstarkenden Formen politisch motivierter Kriminalität – insbesondere im Bereich des Extremismus und Terrorismus und der hybriden Bedrohung– darf nicht durch Personalmangel oder veraltete Technik erschwert werden. Zum Schutz der Gesellschaft müssen diese Bedrohungen konsequent und schnell bekämpft werden können. Die Politik muss dafür sorgen, dass sowohl das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen als auch die objektive Sicherheit verbessert werden“, betont Winter abschließend.
