16.06.2026
Antisemitische und politisch motivierte Straftaten bleiben auf Rekordniveau – GdP fordert konsequente Stärkung der Polizei
Die heute veröffentlichten Zahlen des Bundesverbands RIAS zeigen erneut das alarmierende Ausmaß antisemitischer und politisch motivierter Straftaten in Deutschland. Auch im Jahr 2025 wurden bundesweit 8.725 antisemitische Vorfälle dokumentiert – durchschnittlich rund 24 pro Tag. Damit verharren die Zahlen auf einem historischen Höchststand.
Besonders besorgniserregend: Antisemitismus ist für Betroffene längst Alltag – ob im öffentlichen Raum, im Internet, am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, erklärt: „Extremistische Straftaten haben ein Rekordhoch erreicht. Politische Kriminalität frisst sich immer tiefer in unseren Alltag – wir dürfen nicht erst handeln, wenn aus Bedrohung längst Gewalt geworden ist. Die Sicherheitslage verlangt jetzt klare Entscheidungen: mehr Befugnisse, bessere Ausstattung und deutlich mehr Personal für die Polizei.“
Kopelke betont, dass die politische Kriminalität aus allen extremistischen Spektren ernst genommen werden müsse: „Der Fokus auf einzelne Phänomenbereiche greift zu kurz. Wir sehen steigende Zahlen und zunehmende Radikalisierung – auch dort, wo sie bislang unterschätzt wurde. Gleichzeitig bleibt klar: Die größte Gefahr geht weiterhin von rechtsextremen Straftaten aus. Deshalb brauchen wir entschlossenes, differenziertes und vor allem schnelles Handeln.“
Die GdP fordert angesichts der aktuellen Entwicklungen:
- eine Ausweitung moderner Ermittlungsbefugnisse, insbesondere im digitalen Raum,
- eine deutlich bessere technische Ausstattung der Sicherheitsbehörden,
- sowie eine nachhaltige personelle Stärkung der Polizei in Bund und Ländern.
„Der Staat muss zeigen, dass er wehrhaft ist – im Netz wie auf der Straße. Wer unsere offene Gesellschaft angreift, muss konsequent verfolgt werden“, so Kopelke abschließend.
