23.01.2026
GdP Sachsen-Anhalt fordert gemeinsames
Nein zur Gewalt im Stadion
Fußball darf kein Risiko sein.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Sachsen‑Anhalt zeigt sich tief besorgt über die Ereignisse rund um das Ost‑Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und der SG Dynamo Dresden in Magdeburg. Das, was als sportliches Highlight vor ausverkauften Rängen begann, wurde erneut von massiver Pyrotechnik, Ausschreitungen und Angriffen auf Polizeibeamtinnen und ‑beamte überschattet.
„Fußball soll Menschen zusammenbringen – nicht Einsatzkräfte, Fans oder Unbeteiligte in Gefahr bringen“, betont die GdP Sachsen‑Anhalt. „Wer Pyrotechnik in dicht gefüllten Blöcken zündet, Raketen und Böller in Menschenmengen wirft oder Polizeikräfte angreift, hat jedes Recht verwirkt, sich Fan zu nennen. Hier reden wir über Straftäter.“ Hundertschaften aus Sachsen‑Anhalt, weiteren Bundesländern sowie der Bundespolizei waren nötig, um das Derby abzusichern. Während die große Mehrheit der Zuschauerinnen und Zuschauer friedlich an‑ und abreiste, suchte eine gewaltbereite Minderheit gezielt die Konfrontation. Die Folge waren massive Rauchentwicklungen im Stadion, mehrere Unterbrechungen des Spiels und heftige Ausschreitungen im Außenbereich, bei denen Polizeikräfte angegriffen und verletzt wurden. Die GdP erinnert daran, dass Polizistinnen und Polizisten in solchen Lagen buchstäblich zwischen allen Fronten stehen: Sie schützen friedliche Fans und Familien, sichern die Veranstaltung im Interesse von Vereinen und Verbänden und tragen zugleich das Risiko, selbst Opfer von Gewalt zu werden. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind keine Statisten in einer Randale‑Inszenierung, sondern Menschen, die ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen. Sie verdienen Respekt, Rückhalt und einen klaren Schutz durch Politik und Gesellschaft“, so Landesvorsitzende Nancy Emmel. Zugleich bekennt sich die GdP Sachsen‑Anhalt ausdrücklich zu einem rechtsstaatlichen und verhältnismäßigen Polizeieinsatz. Eingriffe in Grundrechte müssen stets gesetzlich legitimiert, notwendig und nachvollziehbar sein. Vorwürfe unangemessenen polizeilichen Handelns seien transparent und unabhängig zu prüfen. „Wir stehen für eine Polizei, die konsequent durchgreift, wo es notwendig ist, und sich zugleich jederzeit an Recht und Gesetz messen lässt“, unterstreicht die GdP. Mit Blick auf die Verantwortung für sichere Stadien nimmt die Gewerkschaft jedoch ausdrücklich auch Vereine, Verbände und Ligen in die Pflicht. Wer von vollen Stadien, TV‑Einnahmen und Merchandising profitiert, müsse konsequent in Sicherheit, Prävention und professionelle Fanarbeit investieren. Dazu gehören aus Sicht der GdP unter anderem: belastbare Sicherheitskonzepte, ausreichend und gut ge
schultes Ordnungspersonal, klare Stadionordnungen, wirksame Stadionverbote gegen bekannte Gewalttäter sowie eine kontinuierliche, seriös finanzierte Fan‑ und Sozialarbeit. „Die Polizei darf nicht zum dauerhaften Ersatz für strukturelle Defizite im Sicherheitsmanagement der Fußballverbände werden“, kritisiert die GdP Sachsen‑Anhalt. „Sicherheit im Stadion ist eine gemeinsame Aufgabe. Wer an der Emotion verdient, muss auch Verantwortung für die Risiken übernehmen.“ Trotz aller Kritik setzt die Gewerkschaft auf Dialog mit den vielen friedlichen Fans und Fanprojekten, die sich seit Jahren gegen Gewalt und für eine bunte, vielfältige Fankultur engagieren. Sie seien wichtige Partner, wenn es darum gehe, Eskalationen zu vermeiden und gegenseitigen Respekt zu stärken. Die GdP Sachsen‑Anhalt formuliert ihre Erwartung klar: „Wir wollen volle Stadien, leidenschaftliche Stimmung und emotionale Derbys – aber ohne brennende Fackeln in Menschenmengen, ohne Angriffe auf Einsatzkräfte und ohne verletzte Fans oder Unbeteiligte. Dafür brauchen wir ein gemeinsames, klares Nein zur Gewalt. Nur dann wird der Fußball wieder das, was er sein sollte: ein Fest, bei dem alle sicher nach Hause kommen.“
