11.02.2026
Kollaps der Strafjustiz abwenden
Der Deutsche Richterbund (DRB) berichtet heute über die dramatische Entwicklung unerledigter Strafverfahren in Deutschland. Tatverdächtige kämen wegen Fristablauf frei und der Aktenberg steige auf über eine Million unerledigte Strafakten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) pflichtet dem DRB bei.
„Das darf doch nicht wahr sein: unerledigte Aktenberge, leidende Opfer und Täter, die wegen Fristablauf freikommen. Dieser Kollaps der Strafjustiz muss von der Politik abgewendet werden“, fordert der GdP Bundesvorsitzende Jochen Kopelke.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt den Deutschen Richterbund (DRB) und setzt sich seit Jahren für eine konsequente und wirksame Stärkung der gesamten Rechtsstaatskette aus Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten ein. „Nur durch Digitalisierung kann kein Verbrechen aufgeklärt werden. Es braucht gute und gesunde Menschen in den Behörden, die schnell und professionell zusammenarbeiten können“, meint Kopelke. Der Pakt für den Rechtsstaat der Bundesregierung sei nach Meinung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) grundsätzlich eine gute Grundlage, um Verbesserungen herbeizuführen. Die dafür vorgesehenen Mittel reichen aber nicht aus, denn die Situation um die deutsche Strafjustiz sei „dramatisch“.
Die Ermittlungsbehörden leiden aus Sicht der GdP vor allem unter enormem Aktendruck, Personalmangel, gestiegenen Dolmetscherkosten, Massenverfahren, schleppender Digitalisierung und neuen Kriminalitätsphänomenen. „Die Menschen in Deutschland fühlen sich unsicher und verlieren zunehmend das Vertrauen in den Rechtsstaat. Neben Gesetzesänderungen braucht es endlich spürbar mehr Polizisten, Staatsanwälte und Richter“, mahnt Kopelke.
