24.06.2026
GdP lehnt 41-Stunden-Woche ab – „Belastung steigt, Attraktivität sinkt“
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hamburg spricht sich klar gegen Überlegungen aus, die Wochenarbeitszeit für Polizeibeamtinnen und -beamte auf 41 Stunden zu erhöhen. Aus Sicht der GdP würde eine solche Maßnahme die ohnehin hohe Belastung im Polizeidienst weiter verschärfen und die Attraktivität des Berufs deutlich mindern.
„Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahren an der Grenze des Leistbaren. Eine weitere Arbeitszeiterhöhung würde die Situation nicht verbessern, sondern verschärfen“, sagt Lars Osburg, Landesvorsitzender der GdP Hamburg.
Die GdP erinnert daran, dass die SPD selbst vor Jahren die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden durch die CDU kritisiert hatte. Viele der damaligen Argumente seien heute im Polizeidienst noch relevanter:
- Belastung und Gesundheit – Schon damals warnte die SPD vor steigenden gesundheitlichen Risiken durch längere Arbeitszeiten. Im Schichtdienst der Polizei seien diese Effekte heute deutlich ausgeprägter.
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Die SPD argumentierte, dass längere Arbeitszeiten die Vereinbarkeit erschweren. Für den Polizeidienst mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten gelte dies in besonderem Maße.
- Attraktivität des öffentlichen Dienstes – Die SPD betonte, dass eine Arbeitszeiterhöhung die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes schwäche. Angesichts des bundesweiten Nachwuchsmangels in der Polizei sei dies ein zentrales Argument.
- Strukturelle Probleme – Die SPD stellte klar, dass längere Arbeitszeiten kein Ersatz für ausreichendes Personal seien. Diese Einschätzung treffe heute unverändert zu.
Mehr Stunden lösen keine Personalprobleme!
Die GdP warnt davor, strukturelle Herausforderungen durch eine Arbeitszeiterhöhung kompensieren zu wollen. „Wer die Arbeitszeit erhöht, erhöht am Ende auch die Krankenstände. Das ist keine nachhaltige Personalpolitik“, sagt Osburg. „Hamburg braucht mehr Personal, nicht mehr Stunden pro Kopf.“
Die Gewerkschaft verweist zudem auf die zunehmenden Anforderungen im Einsatz- und Ermittlungsdienst, steigende Fallzahlen in bestimmten Deliktsbereichen sowie die wachsende Erwartungshaltung der Öffentlichkeit.
Forderung an den Senat
Die GdP fordert den Senat auf, die Überlegungen zur 41-Stunden-Woche klar zurückzuweisen und stattdessen auf Maßnahmen zu setzen, die die Polizei langfristig stärken:
- Mehr Personal statt längerer Arbeitszeiten
- Verbesserter Gesundheitsschutz im Schichtdienst
- Attraktivitätssteigerung des Polizeiberufs
- Nachhaltige Nachwuchsgewinnung
„Die Polizei braucht Entlastung, nicht Verlängerung. Eine 41-Stunden-Woche wäre das falsche Signal zur falschen Zeit“, betont Osburg.
„Die Argumente, die damals gegen die 40-Stunden-Woche vorgebracht wurden, gelten heute im Polizeidienst erst recht“Lars Osburg, Landesvorsitzender GdP Hamburg
