30.06.2026
Erst konkurrenzfähige Besoldung – dann über längere Arbeitszeiten sprechen
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hamburg fordert den Senat auf, die geplante Erhöhung der Arbeitszeit für Beamtinnen und Beamte auszusetzen, bis Hamburg bei der Besoldung wieder wettbewerbsfähig ist. Für die GdP ist klar: Wer von seinen Beschäftigten mehr Leistung erwartet, muss zunächst für eine faire Bezahlung sorgen.
„Eine längere Arbeitszeit bei einer Besoldung, die im Bundesvergleich seit Jahren nicht konkurrenzfähig ist, sendet das völlig falsche Signal. Erst muss Hamburg seine Hausaufgaben bei der Besoldung machen – dann kann über weitere Belastungen gesprochen werden“, erklärt GdP-Landesvorsitzender Lars Osburg.
Nach Auffassung der GdP verschärft der Senat mit seinen Plänen die Attraktivitätskrise des öffentlichen Dienstes. Während andere Dienstherren mit besseren Besoldungsstrukturen um Nachwuchs und erfahrene Kräfte werben, droht Hamburg seine Wettbewerbsfähigkeit weiter einzubüßen. Gleichzeitig warten viele Beamtinnen und Beamte weiterhin auf eine verfassungsgemäße Alimentation und verlässliche berufliche Perspektiven.
Warten auf eine verfassungsgemäße Alimentation und verlässliche berufliche Perspektiven.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten täglich Überstunden, arbeiten unter hoher Belastung und sorgen rund um die Uhr für die Sicherheit dieser Stadt. Wer diese Leistung dauerhaft sichern will, muss zunächst die Rahmenbedingungen verbessern, statt die Arbeitszeit zu verlängern“, so Osburg.
Die GdP Hamburg fordert den Senat deshalb auf, zunächst eine im Bundesvergleich konkurrenzfähige Besoldung, die vollständige Umsetzung der verfassungsrechtlichen Vorgaben zur Alimentation sowie verlässliche Karriere- und Beförderungsperspektiven sicherzustellen. Erst danach könne über zusätzliche Arbeitszeit gesprochen werden.
„Wertschätzung zeigt sich nicht darin, von den Beschäftigten mehr zu verlangen. Wertschätzung zeigt sich darin, sie fair zu bezahlen und ihre Leistung anzuerkennen.“Lars Osburg, Landesvorsitzender GdP Hamburg
