jumpToMain
© KI ChatGPT
KI ChatGPT

14.10.2026

Sicherheit darf nicht an der Bahnsteigkante enden

Jens Mohrherr kritisiert Ausnahmen beim Alkoholverbot und fordert ein schlüssiges Sicherheitskonzept für Bahnhöfe und Züge. Besonders an Fußballspieltagen dürfe die Polizei nicht die Versäumnisse anderer ausbaden müssen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in den Ausnahmen vom Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen einen entscheidenden Schwachpunkt. Während Reisende auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen keinen Alkohol mehr trinken dürfen, bleibt der Konsum in Bahnhofsgaststätten und in vielen Zügen weiterhin erlaubt. Für die GdP stellt sich damit die Frage, wie konsequent und wirksam das neue Sicherheitskonzept tatsächlich ist.

GdP-Landesvorsitzender Jens Mohrherr findet deutliche Worte: „Auf dem Bahnsteig ist das Bier verboten, wenige Meter weiter in der Bahnhofskneipe darf weitergetrunken werden - und anschließend steigt man möglicherweise alkoholisiert in den Zug. Das soll ein schlüssiges Sicherheitskonzept sein? Wir müssen verhindern, dass Alkoholprobleme lediglich von einer Fläche auf die nächste verlagert werden.“

Besondere Risiken an Fußballspieltagen

Besonders bei Fußballreisen treffen volle Züge, aufgeheizte Stimmungen und teilweise alkoholisierte Fangruppen aufeinander. Kommt es zu Aggressionen oder Gewalt, leiden darunter Reisende und Bahnmitarbeitende. Die Bundespolizei muss einschreiten und zusätzliche Einsatzkräfte binden.

© KI ChatGPT
KI ChatGPT

Mohrherr kritisiert: „Wir verbieten das Bier auf dem Bahnsteig, aber im Zug kann weitergetrunken werden. Gerade bei Fußballreisen ist das ein widersprüchliches Signal. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen anschließend die Konflikte ausbaden. Das kann nicht der Anspruch einer konsequenten Sicherheitspolitik sein!“

Die GdP stellt ausdrücklich nicht alle Fußballfans unter Generalverdacht. Entscheidend sei vielmehr, bekannte Risiken ernst zu nehmen und wirksame Maßnahmen zu schaffen, die Konflikte verhindern, bevor sie eskalieren.

Gesamtkonzept statt Flickenteppich

Die GdP fordert, die Ausnahmeregelungen kritisch zu überprüfen und ein Alkoholverbot auch in Zügen ernsthaft zu prüfen. Gleichzeitig müsse die Deutsche Bahn mehr Verantwortung für die Sicherheit übernehmen und ausreichend qualifiziertes Sicherheitspersonal bereitstellen.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine systematische Auswertung der Erfahrungen mit dem Alkoholverbot. Dabei müsse untersucht werden, ob alkoholbedingte Konflikte tatsächlich zurückgehen oder sich lediglich in angrenzende Bereiche und Züge verlagern. Die Erfahrungen von Polizei, Bahnmitarbeitenden und Sicherheitsdiensten müssten dabei berücksichtigt werden.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen Regeln, die in der Praxis funktionieren. Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass man ein Verbot auf ein Schild schreibt. Wir brauchen klare Verantwortlichkeiten, ausreichend Personal und eine konsequente Umsetzung“, betont Mohrherr.

„Sicherheit darf nicht an der Bahnsteigkante enden. Wer Gewalt verhindern will, muss konsequent handeln – und darf die Polizei nicht immer wieder zum Reparaturbetrieb für fehlende Sicherheitskonzepte machen.“

Weitere Informationen

© GdP Hessen

Jens Mohrherr

Landesvorsitzender

Telefon 0151/29218934