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GdP: Berlins Polizeifahrzeuge bekommen flächendeckend Splitterschutzfolien - Langjährige GdP-Forderung endlich erfüllt

Berlin.

Alle neuen Einsatzwagen der Berliner Polizei sollen ab sofort mit Sicherheitsfolien ausgestattet werden. Dies betrifft sowohl die Funkwagen als auch die Fahrzeuge des Zentralen Objektschutzes. Der Berliner Senat begründet die Entscheidung mit dem Wunsch, Berlins Sicherheitskräfte besser schützen zu wollen und entspricht damit einer langjährigen Forderung der Gewerkschaft der Polizei.

Einsicht mit Verspätung

„Ich denke, der Vorfall am vergangenen Wochenende hat uns einmal mehr sehr deutlich gezeigt, dass unsere Kolleginnen und Kollegen nicht nur in der Direktion 5 Gefahr laufen, mit Steinen oder Wurfgeschossen attackiert zu werden. Das ist es folgerichtig, dass die Politik endlich unserer langjährigen Forderung nachkommt und das Geld bereitstellt, um zukünftig all unsere Fahrzeuge stadtweit mit der nötigen Sicherheitsfolie auszustatten“, sagte GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp am Freitagmorgen. Seit 2013 forderte die GdP lange Zeit vergeblich Splitterschutzfolien für die Einsatzkräfte. Erst Anfang 2016 starteten Senat und Behördenleitung einen Probelauf für sieben Funkwagen in den Abschnitten 51 und 53. Im Dezember wurde der örtliche Personalrat der Direktion 5 darüber informiert, dass man in Zukunft die neu zu beschaffenden Fahrzeuge aller Direktionen mit entsprechenden Folien ausstatten möchte. Dies bestätigte nun auch der Berliner Senat.

Klare Absage für Polycarbonat

Darüber hinaus erklärte der Senat, dass man die rund zehn EWAs der Abschnitte 51 und 53, die bisher nicht mit Sicherheitsfolie ausgestattet wurden, nachrüsten möchte und diese Möglichkeit anlassbezogen bei besonderer Gefährdung auch für weitere Fahrzeuge besteht. Philipp: „Aus unserer Sicht und bei Betrachtung der vergangenen Jahre sind all unsere Fahrzeuge besonders gefährdet, weil es nicht nur in Friedrichshain-Kreuzberg Menschen gibt, die meinen, sie müssten Steine und andere Wurfgeschosse auf unsere Kolleginnen und Kollegen feuern“. Eine klare Absage erteilte die GdP-Landesvorsitzende einem Probelauf in der Direktion 5, bei welchem Polycarbonatscheiben getestet werden sollen. „Wir haben bei einem Vorfall vor drei Wochen gesehen, dass sie keine Alternative darstellen. Die Splitterschutzfolien funktionieren, da brauchen wir über Polycarbonat nicht zu diskutieren. Das kostet nur unnötig Geld, Zeit und ist eine zusätzliche Gefahrenquelle, der wir unsere Polizistinnen und Polizisten nicht auch noch aussetzen sollten. Vielmehr müssen wir darüber nachdenken, dass wir nicht nur die Seiten-, sondern auch die Heckscheiben mit Folien bekleben. Ein Fanggitter schützt vielleicht vor Stein- und Flaschenwürfen, bei einem Molotow-Cocktail aber ist es nutzlos“, so Philipp.