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GdP-Chef im ZDF-"Mittagsmagazin" zu mutmaßlichen Disziplinarproblemen bei Berliner Polizei

Malchow gegen Absenken der Qualitätskriterien bei Polizeibewerbern

Foto: Screenshot zdf.de
Foto: Screenshot zdf.de
Berlin.

„Es ist die Aufgabe von Ausbildern, Menschen, die den Polizeiberuf ergreifen wollen, auf ihre spätere Aufgabe vorzubereiten und mit dem polizeilichen Wertekanon vertraut zu machen. Ebenso gehört dazu, diejenigen auszusortieren, die rassistisch oder menschenverachtend denken und handeln. Solche Menschen gehören nicht in die deutsche Polizei“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, am Mittwoch im ZDF-„Mittagsmagazin“ zu vermeintlichen Disziplinarverstößen im Ausbildungsbereich der Berliner Polizei. Es sei zwar gut, wenn auf mögliche Missstände hingewiesen würde, aber man müsse sich schon die Frage stellen, warum das offenbar nur anonym ablaufe und warum Ausbilder dies nicht thematisierten. Jedoch liefen die Ermittlungen noch, so werde man dann sehen, ob es tatsächlich ein Problem gebe.

Von vier oder fünf Bewerbern wird einer genommen

Der GdP-Bundesvorsitzende wies in Zusammenhang mit der Frage nach der Bewerberlage für den Polizeidienst auf die bald kommende massive Pensionswelle bei der Polizei und den sich daraus ergebenen erhöhten Personalbedarf hin. „Ein Absenken der Qualitätskriterien für Polizeibewerber lehnen wir ab.“

Malchow zufolge haben sich beispielsweise im Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa 10.000 Menschen bei der Polizei beworben, von denen 2.600 die Voraussetzungen für die Einstellungstests erfüllt haben. Am Ende seien dann 2.300 genommen worden. „Wir brauchen also durchschnittlich Bewerberzahlen, die um rund das Vier- bis Fünffache höher sind, als die zur Verfügung stehenden Ausbildungsstellen. Über Hinweise, dass das Niveau der Bewerber deutlich gesunken sei, verfüge er nicht.