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GdP NRW: Kein Fortschritt bei Reduzierung von Verkehrsunfallopfern

Düsseldorf.

NRW kann das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der schwerverletzten Verkehrsunfallopfer bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren, nicht mehr erreichen. Darauf hat der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Michael Mertens auf dem heute in Köln stattfindenden Verkehrsforum seiner Gewerkschaft hingewiesen. „Wenn wir nicht aktiv gegensteuern, wird sich die Zahl der Verkehrsunfallopfer im besten Fall auf dem Niveau der letzten Jahre stabilisieren“, sagte Mertens. „Das bedeutet, dass wir uns auf Dauer mit über 500 getöteten und über 13.000 schwerverletzten Menschen in NRW abfinden. Das ist nicht hinnehmbar.“

In ihrer erst Anfang diesen Jahres aktualisierten Verkehrssicherheitsstrategie hält die Landesregierung an ihren Zielen für die Reduzierung der Zahl der Verkehrsunfallopfer fest: 40 Prozent weniger Verkehrstote und 20 Prozent weniger Schwerverletzte soll es danach bis 2020 geben. Die Realität sieht anders aus: Gegenüber dem Referenzwert von 13.224 Schwerverletzten, der sich aus dem Durchschnitt der Jahre 2009 – 2011 ergibt, hat sich bis 2015 kaum etwas geändert. Mit 13.171 Schwerverletzten in 2015 und einem aller Voraussicht nach mindestens genauso hohem Wert für 2016 ergibt sich bislang lediglich eine magere Senkung der Opferzahlen von noch nicht einmal einem halben Prozent.

Aus Sicht der GdP ist es deshalb wichtig, dass die Verkehrsunfallbekämpfung auch in Zeiten der wachsenden Terrorgefahr weiter im Fokus der Polizei bleibt. „Wir müssen in Zukunft wieder mehr Kontrollen durchführen, bei denen die Verkehrsteilnehmer angehalten werden“, sagte Mertens. Zudem fordert die GdP eine Qualifizierungsoffensive für die Polizisten, die in den in den Verkehrsdirektionen eingesetzt sind. „Für die Kontrolle des Schwerlastverkehrs gehen uns die Experten aus, weil dafür seit Jahren kaum noch Fortbildungen angeboten werden“, kritisiert Mertens. Auch bei der Analyse von Verkehrsunfällen durch das Auslesen der Daten aus der Fahrzeugelektronik dürfe die Polizei nicht ins Hintertreffen geraten.

Eine gut aufgestellte Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei sind nach Ansicht der GdP ein Gewinn für die Verkehrssicherheit und die Kriminalitätsbekämpfung. Mertens: „Anhaltekontrollen sind nicht nur der Albtraum von Verkehrssündern. Sie sind auch der Albtraum reisender Täter, vom Einbrecher bis zum Terrorist, weil sie das Entdeckungsrisiko erhöhen.“