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GdP NRW: Weniger Verkehrstote gibt es nur mit mehr Kontrollen

Düsseldorf.

In den vergangenen fünf Jahren ist es nicht gelungen, die Zahl der Verkehrstoten in NRW zu senken. Diese ernüchternde Bilanz zieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) aus der Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr. 2012 gab es in NRW 528 Verkehrstote, 2016 waren es mit 525 Toten kaum weniger, trotz der immer sicherer werdenden Autos. Die GdP fordert deshalb eine deutliche Ausweitung der Verkehrskontrollen mit Anhalten der Fahrer und den Einsatz intelligenter Technik bei der Verkehrsunfallbekämpfung.

Stationäre Blitzer wenig hilfreich

„Die Unfallentwicklung zeigt deutlich, dass wir mit dem Aufstellen von immer mehr stationären Blitzern nicht viel erreichen. Stationäre Blitzer verhindern nicht, dass davor und dahinter gerast wird. Deshalb muss die Verkehrsüberwachung intelligenter werden“, fordert der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens. Neben einer Ausweitung der Anhaltekontrollen hält die GdP den verstärkten Einsatz sogenannter semistationärer Anlagen für notwendig, bei denen die Blitzanlage auf einem Anhänger montiert ist. Sie arbeiten nach dem Aufstellen rund um die Uhr und können schnell verlegt werden. Zudem können sie an Standorten eingesetzt werden, in denen der Aufbau von herkömmlichen Messstellen zu gefährlich ist, wie z.B. in engen Baustellen. Außerdem drängt die GdP auf eine beschleunigte Einführung von Abschnittskontrollen zur Geschwindigkeitsmessung (Section Control).

Das durch die moderne Technik frei werdende Personal will die GdP gezielt dafür einsetzen, rücksichtslose und gefährliche Fahrer schneller aus dem Verkehr zu ziehen. Ideen im politischen Raum, Polizisten zugunsten anderer Arbeitsbereiche aus der Verkehrsunfallbekämpfung abzuziehen, hält die GdP dagegen für einen schweren politischen Fehler. „Wir brauchen eine hohe Präsenz auf der Straße. Nicht nur um rücksichtslose Fahrer aus dem Verkehr ziehen, sondern auch um mobile Täter zu überführen“, betont Mertens.