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GdP Niedersachsen: Ermittlungen bei Kinderpornographie extrem belastend

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen begrüßt, dass sich das Justizministerium für die Entlastung der Ermittlungen im Bereich der Kinderpornographie einsetzt. Nach Auffassung der GdP müssen diese Maßnahmen aber geeignet sein. Sowohl die quantitative als auch qualitative Belastung bei den Kolleginnen und Kollegen, die wegen Kinderpornographie ermitteln, ist extrem hoch. Dietmar Schilff, Landesvorsitzender: „Neben einem spürbaren Personalzuwachs in diesem Bereich muss vor allem eine weitere technische Unterstützung bei der Auswertung sichergestellt werden.“

Supervision muss intensiviert werden

„Bei der Überlegung des Justizministeriums, die Datenauswertung an Fremdfirmen zu vergeben, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden“, so der Vorsitzende des GdP-Fachausschusses Kriminalpolizei Andreas Nünemann. Er weist darauf hin, dass solche Unternehmen im Vorfeld genau überprüft werden müssen und lediglich eine reine Datenauswertung und forensische Aufarbeitung übernehmen können. „Die Ermittlungsarbeit muss selbstverständlich bei den polizeilichen Fachleuten verbleiben.“

Außerdem müssen die Ermittlerinnen und Ermittler stärker unterstützt werden. So muss die Supervision intensiviert und eine Möglichkeit geschaffen werden, jederzeit aus diesem Bereich ausscheiden zu können, bevor psychische Schäden entstehen. Der Dienstherr ist gefordert, für jeden dieser Arbeitsplätze eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.

Schilff und Nünemann sind sich weiter einig, dass die Überlegungen wieder aufgenommen werden müssen, für besonders belastende Bereiche wie Todesermittlungen, Kinderpornographie und Sexualdelikte eine Zulage zu gewähren.

Die GdP begrüßt, dass sich ministeriumsübergreifend endlich mit diesem Thema auseinandergesetzt wird und Lösungen gesucht werden