Zum Inhalt wechseln

GdP-Vize im ZDF zu ausgefallenem Blitzermarathon in Nordrhein-Westfalen

Plickert: Nicht genug Einsatzkräfte für aufwändige Tempokontrollen

Foto: Screenshot zdf.de
Foto: Screenshot zdf.de
Düsseldorf.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und NRW-Landeschef Arnold Plickert hat fehlendes Personal für die Nicht-Teilnahme der nordrhein-westfälischen Polizei beim am Mittwoch stattfindenden Blitzermarathon in Nordrhein-Westfalen verantwortlich gemacht. Im ZDF sagte der GdP-Vize, dass der seit Wochen geplante Einsatz rund um den Parteitag der AfD am Wochenende in Köln zu viele Einsatzkräfte binde, um kurz zuvor zusätzlich 24 Stunden lang intensive Geschwindigkeitsmessungen an landesweit eingerichteten Kontrollstellen durchzuführen.

Blitzermarathon seit Jahren in der Kritik (Bitte klicken zum Beitrag in der ZDF-Mediathek)

Die GdP kritisiert jedoch den Blitzermarathon bereits seit Jahren. So bewirke dieser keine grundlegende Verhaltensänderung bei Autofahrern. „Wer sowieso meist schneller fährt als erlaubt, wird das danach auch weiterhin tun. Verkehrssünder müssen direkt nach ihrer Regelverletzung von der Polizei angesprochen werden. Erst das bringt neben dem obligatorischen Knöllchen einen anhaltenden verkehrserzieherischen Effekt“, betonte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. Angesichts der ausgedünnten polizeilichen Verkehrsüberwachung könne dies jedoch nicht geleistet werden. „Aktionen wie der Blitzmarathon versprechen zwar eine große öffentliche Aufmerksamkeit, unterschlagen wird aber, an welchen Stellen die zusammengeholten Polizistinnen und Polizisten ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigen mussten.“

Die GdP warnte die Innenminister davor, die Polizei immer mehr aus der wirksamen Verfolgung von Rasern zurückzuziehen. Wichtig sei vor allem, dass Autofahrer, die zu schnell fahren, nicht nur geblitzt, sondern anschließend von der Polizei auch angehalten und über die Folgen ihres Fehlverhaltens für andere Verkehrsteilnehmer informiert werden, betonte Plickert. „Nur durch ein verkehrserzieherisches Gespräch erreichen wir die Köpfe der Autofahrer. Mit dem Verschicken von Bußgeldbescheiden allein funktioniert das nicht“, sagte der GdP-Vize in Düsseldorf.