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Rheinland-Pfälzer Nusseckentradition

Betreuungseinsatz in Koblenz – GdP unterstützt Kräfte bei ENF-Rechtspopulisten-Treffen

GdP-Betreuungseinsatz bei friedlichem Protest gegen Rechtspopulisten-Treffen in Koblenz. Fotos: Holecek
GdP-Betreuungseinsatz bei friedlichem Protest gegen Rechtspopulisten-Treffen in Koblenz. Fotos: Holecek
Berlin/Koblenz.

Tausende Menschen haben friedlich gegen ein Treffen europäischer Rechtspopulisten in Koblenz demonstriert, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte bereits am Freitagabend ihren Betreuungseinsatz gestartet. Rund zweitausend Polizistinnen und Polizisten aus vier Ländern waren zum Schutz der Veranstaltung und der Demonstrationen eingesetzt. Unter den Demonstranten waren Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Landesinnenminister Roger Lewentz, der ehemalige SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping sowie Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.

GdP-Chef Malchow erlebte bunten Protest und dankbare Einsatzkräfte

Letzte Absprachen vor dem Beginn des Betreuungseinsatzes. Foto: Holecek
Letzte Absprachen vor dem Beginn des Betreuungseinsatzes. Foto: Holecek
Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow war zeitig angereist und nahm an den letzten Vorbereitungstreffen der GdP-Betreuerteams teil. Zudem schaute er gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen GdP-Vorsitzenden Ernst Scharbach in der Leitstelle der Koblenzer Polizei vorbei. Dort sprachen beide Spitzenfunktionäre auch mit dem Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm. Malchow erlebte an den beiden Tagen einen bunten Protest sowie für das Engagement der GdP-Teams dankbare Einsatzkräfte.

Rund 20 GdP-Betreuerinnen und -Betreuer waren rund um die Rhein-Mosel-Halle und im gesamten Einsatzraum unterwegs und erleichterten den Einsatzkräften mit kleinen Stärkungen und einem offenen Ohr den Dienst. Dafür habe die GdP-Rheinland-Pfalz im Vorfeld eine kleine Westerwälder Familienbäckerei für eine Woche lahmgelegt, erzählte GdP-Landeskassierer Ingo Schütte. Es sei eine rheinland-pfälzische GdP-Spezialität, leckere Nussecken an die eingesetzten Kolleginnen und Kollegen zu verteilen. Dieses Mal seien es insgesamt 1.650 Kuchenstückchen gewesen. Der Betreuungseinsatz begann nach den Worten Schüttes am Freitag zur Mittagszeit und lief rund um die Uhr bis etwa 18.00 Uhr am Samstag. „Wir haben nachts noch ein paar Kartenspiele für die Kräftesammelstelle besorgt. Irgendwann geht einem ja mal der Gesprächsstoff aus“, so der Kollege aus dem GdP-Landesvorstand.

Scharbach dankte den Einsatzkräften und den GdP-Betreuern: „Das war ein gelungener Einsatz. Und wir waren da für unsere Kolleginnen und Kollegen. Eine solche Einsatzbetreuung hat in der GdP eine langjährige Tradition.“

Volle Auftragsbücher bei den Bereitschaftspolizeien

GdP-Besuch in der Einsatzleitstelle der Polizei Koblenz. Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow (r.) und der rheinland-pfälzische GdP-Chef Ernst Scharbach (4.v.r.) informierten sich über die Lage vor den ersten Demonstrationen gegen die ENF-Veranstaltung am Sonnabend. Foto: Holecek
GdP-Besuch in der Einsatzleitstelle der Polizei Koblenz. Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow (r.) und der rheinland-pfälzische GdP-Chef Ernst Scharbach (4.v.r.) informierten sich über die Lage vor den ersten Demonstrationen gegen die ENF-Veranstaltung am Sonnabend. Foto: Holecek
Der GdP-Bundesvorsitzende hatte im Vorfeld der Veranstaltung begrüßt, dass über 150 Organisationen und Verbände unter dem Motto „Koblenz bleibt bunt!“ dem Rechtspopulisten-Treffen aus mehreren EU-Staaten, darunter die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, der Niederländer Geert Wilders sowie die AfD-Parteispitze, mit einer friedlichen Großdemonstration entgegentreten wollten. „Rechtsextremistischen Bestrebungen jeglicher Couleur müssen in der politischen Debatte konsequent das Wasser abgegraben werden. Diese Auseinandersetzung, wenn sie glaubwürdig sein soll, muss aber mit friedlichen Mitteln geführt werden.“ Gewalttätige Übergriffe auf Polizisten, die führende europäische Rechtspopulisten ebenso schützen müssen wie das Recht auf Demonstrationen, seien nicht zu akzeptieren, betonte er.

Nach dem Einsatz stellte Malchow fest: „Der Polizei bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen. Nach dem Großeinsatz zum OSZE-Ministertreffen in Hamburg im Dezember geht es dieses Jahr schon wieder mit einem vollen Auftragsbuch weiter. Immer öfter müssen Bereitschaftspolizisten anderer Länder ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort unterstützen, wie hier in Koblenz.“ Andere Aufgaben wie etwa bei der Verkehrsüberwachung müssten dann liegen blieben, auch weil die jetzt von der Politik versprochenen mehr Kolleginnen und Kollegen erst in frühestens vier Jahren einsatzbereit sein würden.

Impressionen des GdP-Betreuungseinsatzes in Koblenz (Fotos: Holecek)