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GdP dankt G20-Einsatzkräften und unterstützt Aktion der "Bild"-Zeitung

Malchow: Hamburger Gipfel-Einsatz verdeutlicht hohen Anspruch an die Polizei

Foto: Holecek
Foto: Holecek
Hamburg/Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den beim G20-Gipfel eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten für ihre professionelle und aufopferungsvolle Arbeit gedankt. „Die Einsatzkräfte sind bis an ihre Grenzen gegangen, um das Treffen der Regierungschefs zu sichern, Versammlungen friedlicher Demonstranten zu gewährleisten und die brachiale Gewalt militanter Gruppen möglichst zeitnah zu unterbinden“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Sonntag in Kiel. Dabei hätten die Kolleginnen und Kollegen angesichts der schockierenden Brutalität sogenannter Gipfel-Gegner oft Leib und Leben riskiert. Den nach bisherigen Informationen fast 300 verletzten Beamtinnen und Beamten wünsche er eine schnelle und gute Genesung.

Gewerkchaft der Polizei unterstützt Aktion der "Bild"-Zeitung

Die komplexe Aufgabenstellung des Gipfels hat Malchow zufolge deutlich gemacht, dass an den strengen Kriterien der Personalauswahl und der Qualität der Ausbildung nicht gerüttelt werden darf. „Fakt ist aber auch, dass die Polizei ein attraktiver Arbeitgeber sein muss, um im Wettbewerb mit anderen bestehen zu können. Dazu gehören auch die Bezahlung und eine gute Balance zwischen Einsatz und Freizeit“, unterstrich der GdP-Chef.

„Mir wurde berichtet, dass Ehefrauen von Kollegen bei unserer GdP anriefen, und sich empört über Äußerungen von Politikern sowie der Polizeiführung zeigten, die Beamten hätten während des G20-Einsatzes genügend Pausen gehabt. Tatsächlich seien ihre Männer bereits eine ganze Woche im Dauereinsatz gewesen und hätten nach dem Einsatz in der Schanzenviertel-Krawallnacht von Freitag auf Sonnabend gerade einmal zwei Stunden Zeit zum Schlafen gehabt“, sagte Malchow.

Angesichts der enormen Belastungen fordere die GdP daher den im Vorfeld des Gipfels angekündigten 1:1-Ausgleich von Einsatzstunden zu Freizeit für alle Kolleginnen und Kollegen umzusetzen“, betonte der GdP-Bundesvorsitzende.

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GROSSE BILD-AKTION: Helfen Sie den verletzten G20-Polizisten!

„Die Kollegen haben auch während des Einsatzes immer wieder Zuwendung von der Bevölkerung erfahren“, sagte GdP-Chef Malchow (54) "Bild". „Das zeigt, dass ein Großteil der Bevölkerung hinter uns steht, ein positives Bild von der Polizei hat. Deshalb freuen wir uns sehr über den Hilfsfonds von BILD und bedanken uns für jede Form der Unterstützung unserer Einsatzkräfte.“

"Heldenhafte Arbeit"

Hartmut Dudde, G20-Gipfel-Einsatzleiter, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Screenshot N24.de
Hartmut Dudde, G20-Gipfel-Einsatzleiter, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Screenshot N24.de
Auf der Bilanzpressekonferenz nach dem G20-Gipfel betonte Innensenator Andy Grote, die Lage hätte den Einsatzkräften alles abverlangt - manchmal über ihre Belastungsgrenzen hinweg. Er sei jedoch froh über die hohe Solidarität mit der Polizei. In den Einsatz sei das gesamte Know-how der deutschen Polizei eingeflossen. Es habe sich nicht um einen Hamburger, sondern um einen gesamtdeutschen Einsatz gehandelt. Die brutalen Attacken seien in dieser Brachialität so nicht vorherzusehen gewesen. Leider konnte die polizeiliche Forderung von Camp-Verboten nicht konsequent durchgesetzt werden. Man habe sich im Laufe des Einsatzes im Schanzenviertel einem bewaffneten Hinterhalt gegenüber gesehen. Erst eine Anti-Terror-Einheit habe die Lage entschärfen können. Die Abwägung, Leib und Leben der Polizeibeamten angesichts des hohen Risikos zu schützen, hat Grote zufolge dazu geführt, dass der Eindruck entstand, dass die Polizei zu spät eingegriffen hätte und die Täter gewähren ließ.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer sprach von einer insgesamt schwierigen Gemengelage. Die Behörde habe alles an Technik angefordert, damit geübt und sie eingesetzt. Ein Gesamtkonzept wurde mit viel Polizeiexpertise erarbeitet. Die Beamtinnen und Beamten hätten alles Menschenmögliche getan. Aber, so schränkte Meyer ein, habe man auch um die eigenen Grenzen gewusst. Ein Ziel war es gewesen, Camp-Schlafstätten für militante Extremisten zu verhindern, Urteile hätten dies jedoch eingeschränkt. Unter dem Strich bleibe, dass die Kräfte Großartiges geleistet hätten. Der Polizeipräsident würdigte den Einsatz der über 20.000 Beamten als „heldenhafte Arbeit“. Bedrückt sei er aber darüber, dass es nicht gelungen sei, einen umfassenden Schutz zu gewährleisten und Verletzungen bei den Einsatzkräften zu vermeiden.

Gesamteinsatzleiter Hartmut Dudde erläuterte detailliert den Ablauf des G20-Einsatzes und schilderte insbesondere die Angriffe auf die Einsatzkräfte, die permanenten dezentralen Störungen von Gipfelgegnern durch Kleingruppen-Taktik und das durchgehende Ignorieren polizeilicher Weisungen. Diese Lage habe letztlich auch zur Nachforderung von Kräften geführt. Dudde zufolge haben die Beamten bei einem Einsatz im Schanzenviertel mit auf einem Dach positionierten und mit Zwillen bewaffneten Personen sowie gelagerten Molotow-Cocktails oder schweren Wurfgegenständen umgehen müssen. Um diese Lage zu entschärfen, hätten Kräfte „ausgegraben“ werden müssen. Diese der Lage zuzuführen, habe eben gedauert. Dudde: „Es war nicht möglich, an diese Orte zu gelangen. Die Gefahrenlage hat das nicht hergegeben.“ Der Einsatzleiter präsentierte den Medienvertretern noch Videosequenzen, die unter anderem den massiven Bewurf der Einsatzkräfte mit Flaschen und pyrotechnischen Sprengmitteln sowie Angriffe mit Fahnenstangen exemplarisch darstellten.

Die Zahl der verletzten Einsatzkräfte bezifferte er seit dem 22. Juni bis zum 9. Juli mit 476 Kolleginnen und Kollegen. Es habe 186 Festnahmen gegeben, 37 Haftbefehle seien erwirkt worden sowie 82 länger wirkende Ingewahrsamnahmen.