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22.10.2012

Ab 20. Dezember im Kino.

END OF WATCH

Jake Gyllenhall und Michael Péna in den Hauptrollen

PRESSENOTIZ

Die Stadt der gefallenen Engel spielt immer die Hauptrolle im Kino des David Ayer. Wie kaum ein anderer Filmemacher erforscht er die dunkle Seite von Los Angeles. Seine Drehbücher und Regiearbeiten erzählen von jenen Gegenden, in denen der Ausnahme-zustand längst zur Regel geworden ist. Mal herrscht Krieg in den Reihen des LAPD, wie in TRAINING DAY, DARK BLUE oder STREET KINGS. Und mal geht es um den Alltag ganz unten, wie in THE FAST AND THE FURIOUS oder HARSH TIMES. Der Titel von Ayers Regiedebüt HARSH TIMES könnte generell als Überschrift fungieren: Es sind harte Zeiten da draußen, fernab von Hollywoods Traumfabrik und der Glitzerwelt von Beverly Hills, und nicht selten geht es hier um Leben und Tod.

END OF WATCH, Ayers dritte Regiearbeit, schließt nahtlos an diesen LA-Zyklus an. Wieder geht es um Cops und Gangster, um die Mechanismen der Polizeiarbeit und die Gesetze der Straße. Doch für die Geschichte der beiden jungen Streifen-Cops Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Peña) wählt Ayer einen ganz neuen Ansatz. Sämtliche Klischees des Genres bleiben dies-mal außen vor. Es geht also nicht um Korruption, nicht um die Internal Affairs, nicht um die üblichen Streitigkeiten und Scharmützel innerhalb der Polizei. Stattdessen verfolgt Ayer einen knallharten Realismus: Er zeigt den Polizeialltag, wie man ihn so noch nie im Kino gesehen hat.

Taylor und Zavala sind weder Helden noch Schurken: Sie machen ganz einfach ihren Job. Ihr Einsatzgebiet ist South Central Los Angeles, Polizeiabschnitt Newton, eine der schlimmsten Gegenden der Stadt. Jeden Tag setzen die beiden aufs Neue ihr Leben aufs Spiel, die Gefahr lauert hinter jeder schäbigen Ecke. Afroamerikaner und Latinos liefern sich brutale Bandenkriege, und es wird mit allem gedealt, womit sich ein Geschäft machen lässt: Drogen, Waffen, Menschen. Taylor und Zavala müssen stets mit allem rechnen. Aber manchmal werden sie auch nur wegen nächtlicher Ruhestörung gerufen. Oder weil eine Crack-Mutter ihre Babys vermisst, die sie selbst in den Schrank gesperrt hat.

Ayer wählt einen genialen inszenatorischen Kniff, um das Geschehen ganz unmittelbar und direkt zu zeigen. Taylor hat nebenbei ein Videoprojekt laufen und dokumentiert alles, was ihm vor die Linse kommt. Der Film schildert das Geschehen über die Bilder, die Taylor mit diversen Kameras aufnimmt (sogar an der Brusttasche seiner Uniform installiert er eine Minikamera), und ergänzt diese noch um Mitschnitte von Überwachungskameras und um die Aufnahmen anderer Figuren des Films – auch die Mitglieder der Straßengangs sind mit Videokameras „bewaffnet“. Heraus kommt ein innovativer, moderner Look, der viel mit der neuen Internet-Ästhetik gemein hat, die wir von YouTube-Videos kennen: dreckig, ungeschönt und dabei extrem lebendig und authentisch. Man glaubt fast, mit den beiden Cops im Streifenwagen zu sitzen!

Eher beiläufig und beinah unmerklich kristallisiert sich aus den beklemmenden, überra-schend oft aber auch sehr witzigen Impressionen vom „Brennpunkt LA“ eine raffiniert konstruierte Story heraus. Eher zufällig kommen Taylor und Zavala einem mexikanischen Drogenkartell in die Quere, das in South Central im großen Stil schmutzige Geschäfte betreibt. Während die beiden noch gar nicht ahnen, in welches Wespennest sie bei ihren Ermittlungen gestochen haben, erkennt der Zuschauer bald, wie sich die Schlinge um die beiden Cops bis zum dramatischen Showdown immer weiter zuzieht.

Seine ungeheure Glaubwürdigkeit verdankt END OF WATCH nicht zuletzt den beiden Hauptdarstellern. Jake Gyllenhaal und Michael Peña verschmelzen auf schier unglaubliche Weise mit ihren Rollen, scheinbar mühelos gelingt es ihnen, die Professionalität vieler Dienstjahre mit jugendlichem Ungestüm zu verbinden, und gemeinsam als eingespieltes Team zu wirken, bei dem alles über Erfahrung und Vertrauen läuft. Sie sind ehrgeizig, aber nicht verbissen; mutig, aber nicht heroisch; amüsant, aber nicht albern. Echte Cops eben, keine Fantasiefiguren.

Darüber hinaus schafft END OF WATCH den Spagat, neben dem rauen Polizeialltag auch das Privatleben der Männer zu beleuchten. Während Zavala seit Highschool-Tagen mit seiner Jugendliebe Gabby (Natalie Martinez) verheiratet ist und der Geburt seines ersten Kindes entgegenfiebert, hat Taylor mit der smarten Janet (Anna Kendrick) vielleicht endlich die Frau fürs Leben gefunden. Besonders bei den Familienfesten zeigt Ayer sehr feinfühlig auch die anderen Seiten seiner Protagonisten, die „normale“ Welt, in der sie sich neben dem Job zurecht finden müssen. Dabei wird deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt der Familien für die Cops ist – und wie sehr auch die Polizei von familiären Strukturen lebt, die weit über den Arbeitszusammenhang hinausgehen.

Ayer thematisiert das alles sehr subtil und unaufdringlich; ihm geht es vor allem darum, eine spannende Actiongeschichte zu erzählen, die ohne Klischees auskommt. Darin zählt für die LA-Cops vor allem eines: die Schicht zu überstehen und am „End of Watch“ mit heilen Knochen nach Hause zu gehen.

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(Quelle: TOBIS FILM GMBH&CO.KG - Pressematerialien zum Download - http://presse.tobis.de)

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