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DEUTSCHE POLIZEI

Ausgabe November 2017

Mehr als 28.000 Rückführungen fanden im vergangenen Jahr auf dem Luftweg statt. Die 16.000 davon betroffenen Personen wurden von 8.400 Bundespolizisten begleitet, in wachsender Zahl aber auch von privaten Sicherheitskräften der Fluggesellschaften – 2016 waren das bereits 3.300. Diese Abschiebungen kosten Millionen von Euro, fast die Hälfte wird mit Charterflügen durchgeführt. Seit vielen Jahren macht die GdP auf die Folgen des demografischen Wandels, der massiven Überalterung in Deutschland aufmerksam. Die mit Blick auf einen Einwanderungsbedarf gravierendste Folge ist der geradezu dramatische Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials - das Arbeitskräfteangebot, das die Erwerbstätigen, Erwerbslosen und die stille Reserve umfasst.

Einwanderungsbedarf von „Wirtschaftsflüchtlingen“ nach Deutschland

Die Auswirkungen dieses Prozesses untersuchten unter anderem Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg in der 2015 veröffentlichten Studie „Zuwanderungsbedarf aus Drittstaaten in Deutschland bis 2050“.So scheidet bis 2030 mehr als die Hälfte der qualifizierten Arbeitskräfte mit Ausbildungsberuf aus dem Arbeitsleben aus. Das Potenzial an Arbeitskräften in Deutschland liegt bei circa 45 Millionen. Ohne Einwanderung und bei heutiger gleichbleibender Erwerbsquote, gleichem Rentenalter und gleicher Frauenquote unter den Erwerbstätigen würde das Erwerbspersonenpotenzial hierzulande bis 2050 auf unter 29 Millionen sinken – eine für das Wirtschaftswachstum und die Stabilität der Sozialsysteme nicht verkraftbare Dimension. Selbst die Einführung der „Rente mit 70“ und eine künftig gleich hohe Erwerbsquote von Frauen wie Männern könnten den demografischen Druck nur temporär und keinesfalls vollständig abfangen.

Auch die Einwanderungspotenziale aus EU-Staaten nach Deutschland sind langfristig gering. Die Wissenschaftler der Studie kommen zu dem überzeugenden Ergebnis, dass bis 2050 im Durchschnitt jährlich zwischen 276.000 und 491.000 Menschen aus Drittstaaten einwandern müssten (abhängig von der Erhöhung des Rentenalters und der Frauenarbeitsquote), um das Erwerbspersonenpotenzial wenigstens konstant zu halten. Kommen in einem Jahr mehr, so wären im Folgejahr weniger Zuwanderer erforderlich. Zum Vergleich: von 2005 bis 2015 zogen netto jährlich nur 100.000 Drittstaatler nach Deutschland; mehr als 300.000 hingegen verließen pro Jahr das Land wieder. Und noch ein Beispiel: in die USA wanderten zwischen 2000 und 2009 insgesamt 10,3 Millionen Menschen ein, nach Kanada (das nur 34 Millionen Einwohner hat) kommen jährlich 250.000 Migranten und 200.000 Einwanderer mit befristeten Aufenthaltsgenehmigungen.

Dabei sind vor allem auch erhebliche Anstrengungen in Bezug auf die Qualifikation der Migranten zu leisten – ein Thema, dem sich gerade der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) energisch widmet, aber auch beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT), bei den Handwerkervereinigungen und Wirtschaftsverbänden beachtet wird.
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