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Schießtraining in Wannsee wird wieder aufgenommen

Nach Teileröffnung im Juni sollen ab Juli 23 Bahnen zur Verfügung stehen

Auf dem Schießstand Wannsee soll ab Juni wieder geschossen werden. Foto: GdP

Berlin. Bewegung im Bereich Schießtraining der Berliner Polizei. Nach monatelangem Nutzungsverbot für die Schießstände in Wannsee durch Polizeipräsident Kandt sollen ab 19.06. sechs Bahnen und ab 03.07 insgesamt 23 Bahnen für das Schießen mit scharfem Schuss zur Verfügung stehen. Die Gewerkschaft Polizei (GdP) begrüßt diese Entwicklung und hofft, dass durchgeführte Baumaßnahmen in Zukunft ein gesundheitlich unbedenkliches Training ermöglichen. Für Jubelarien ist es dennoch viel zu früh.

Eine Riesenentlastung, die aber das Problem nicht löst

„Es ist zunächst einmal ein positive Nachricht, dass wir mit der Wiederaufnahme des Schießens in Wannsee wieder mehr Kapazitäten haben, um Berlins Polizistinnen und Polizisten regelmäßiges Training an der Waffe zu ermöglichen“, sagt GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp am Sonntagmorgen. Zuletzt standen lediglich acht Bahnen an der Polizeiakademie in Ruhleben und drei in der Kruppstraße für den scharfen Schuss zur Verfügung. Mit den Bahnen in Wannsee wären es wieder 34, die ohne Frage zu einer Entlastung und besseren Gewährleistung des Schießtrainings beitragen werden. Philipp: „Das ist eine Riesenentlastung und ich hoffe, dass das kein purer Aktionismus ist, sondern genau geprüft wurde, dass dort keine Gesundheitsgefahren mehr lauern. Zurücklehnen sollten wir uns trotzdem nicht, denn letztlich stehen nur die Bahnen zur Verfügung, mit denen wir vorher auch gearbeitet haben. Sie allein werden nicht reichen, um alle Kolleginnen und Kollegen zum scharfen Schuss zu bekommen. Wir haben in den letzten Monaten viel von modularen Schießcontainern und zukünftigen Trainingszentren gehört, passiert ist aber noch nichts.“

Zentralisierung der Einsatztrainer birgt Gefahren

Zukünftig soll in zwei Schichten geschossen werden (7.30 – 12.30 Uhr und 13.30 – 18.30 Uhr). In der Zeit dazwischen werden die Bahnen gereinigt. Der zuständige Fachausschuss Polizeiliches Einsatztraining geht davon aus, dass mit der Nutzung in Wannsee 90 % aller Waffenträger in diesem Jahr scharfes Schießtraining angeboten werden kann. „Das ist ein mutiges Ziel, aber durch diese vollkommen unsinnige Zentralisierung unserer Einsatztrainer ist es natürlich möglich, alle vorhandenen Ressourcen in das Schießtraining zu buttern und andere Facetten des Einsatztrainings zu vernachlässigen“, kritisiert die GdP-Landesvorsitzende. Im Zuge der Strukturreform PG EES sollen alle Einsatztrainer an der Polizeiakademie zentralisiert werden. „Das geht zu Lasten der Qualität unseres Einsatztrainings, weil den Direktionen und Ämtern die Möglichkeit genommen wird, individuelle Schwerpunkte zu setzen. In Zukunft trainieren Einsatztrainer, die sich sonst mit Funkwagenfahrern beschäftigt haben, auch die Beamtinnen und Beamten der Bereitschaftspolizei. Die Trainings-Bedürfnisse sind da naturgemäß etwas anders“, so Philipp abschließend.

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