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GdP Digit@l Nr. 15/2014

Arbeitszeit - eine unendliche Geschichte

Kein zweites Thema beschäftigt die Kolleginnen und Kollegen so, wie das Thema Arbeitszeit. Es gibt auch kein anderes Thema, das so viel Sprengkraft hat, wie das Thema Arbeitszeit. Noch nie wurden so viele Halbwahrheiten erzählt, wie beim Thema Arbeitszeit. Es ging in erster Linie nie um den Gesundheitsaspekt, sondern nur darum, wie bekomme ich zu den Zeiten an denen ich mehr Personal benötige die Leute in den Dienst. Das einfachste wäre, wenn die verantwortliche Politik mehr Menschen einstellen würde.

Mit zweitausend Beamtinnen und Beamten mehr wäre dies leistbar. Aber nein, man streicht 1000 und schon fehlen uns dreitausend. Das ist offensichtlich auch nicht tragisch, denn man kann ja am Rädchen Arbeitszeit drehen! Dass Schichtdienst gesundheitsschädlich ist, ist zwar eine anerkannte Feststellung, trifft aber wohl nicht diejenigen, die sich über die Arbeitszeit Gedanken machen. Und dann ist da ja noch Europa! Weil die so eine blöde Vorschrift gemacht haben, müssen wir die Arbeitszeiten verändern! Ja das stimmt, aber das ist bereits seit 1993 bzw. 2003 so! Es gäbe aber Lösungsmöglichkeiten, damit beides unter einen Hut passt. Rechtlich konforme Arbeitszeitrichtlinien und die Beibehaltung der von den Beschäftigten gewünschten Modelle.

Was wollen die Betroffenen eigentlich? Nachdem immer wieder von Änderungen der VwVAZUrlPol geredet wurde und wird und dass es schon einen Referentenentwurf geben soll, haben Kollegen des Polizeireviers Bruchsal eine Initiative gestartet, die von der GdP-Kreisgruppe PP Karlsruhe aufgegriffen wurde und PP-weit gesteuert wurde. Es wurden lediglich drei Fragen gestellt

1. Doppelschlag? Ja/Nein
2. Landeseinheitliche Regelung? Ja/Nein
3. Eine eigene Reglung? Ja/Nein

Die Teilnahme war riesig. Sogar über die Grenzen des PP Karlsruhe hinaus beteiligten sich Kolleginnen und Kollegen an der Umfrage. Innerhalb kürzester Zeit gab es 283 Rückläufer. Davon sprachen sich 281 für die Beibehaltung des jetzigen Schichtrhythmus aus und ca. 50% für einen landeseinheitlichen Schichtplan. Nachdem die GdP dann in der Digital-Ausgabe 13 den Fragenkatalog landesweit gesteuert hat, erhielten wir weit über 1000 Rückläufer, aufgeteilt auf die drei Fragen:

1. Doppelschlag? 1001 Ja / 22 Nein
2. Landeseinheitliche Regelung? 981 Ja / 104 Nein
3. Eine eigene Reglung? 311 Ja / 952 Nein

Jetzt kann man kritisch hinterfragen wie repräsentativ diese Umfrage ist und festhalten, dass sie vielleicht wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht gerecht wird. Das würde ich auch, wenn ich etwas anderes vorhätte. Es ist aber ganz klar eine deutliche Tendenz zu erkennen und die sollte beachtet werden. Wie bekommt man aber, wie schon anfangs erwähnt, alles unter einen Hut? Nach Ansicht der GdP geht das!

Für besonders belastende Dienste, sprich den Nachtdienst, wird die Arbeitszeit faktorisiert, das heißt für eine geleistete Nachtdienststunde werden 1,2 Stunden gut geschrieben. Dies würde dem Gesundheitsaspekt und den rechtlichen Vorgaben Rechnung tragen. Eine beharrliche Negierung der Faktorisierung bringt uns jedenfalls kein Stück weiter.
Inhalt:


Arbeitszeit - Eine unendliche Geschichte

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Beseitigung der Altersdiskriminierung

GdP zum Verfassungsschutzbericht

Urteil: Kein Mitverschulden wegen Nichttragens des Fahrradhelmes

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