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WK-Interview mit „Better-Police“ Gründer vom 23.04.21

Fasche: GdP zeigt Kante gegen Rechts

Lob und Tadel für Oliver von Dobrowolski

Bremen.

Gleich auf einer ganze Seite hat sich der Bremer Weser Kurier in einem Interview mit dem Gründer der Aktion „BetterPolice“, dem Berliner Oliver von Dobrowolski, befasst. Lüder Fasche, wie von Dobrowolski Kriminalhauptkommissar, begrüßt als Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Landesbezirk Bremen grundsätzlich jede Aktion für eine bessere Polizei: „Gerade die kritische Auseinandersetzung mit der Polizei bringt den Fortschritt. Hierfür steht die GdP seit 70 Jahren. Wer die Deutsche und insbesondere die Bremer Polizei von heute mit der von vor 30 oder gar 50 Jahren vergleiche, erkenne diesen Fortschritt deutlich. Die Bürgerpolizei, wie wir sie heute kennen, wäre ohne die GdP so nicht gewachsen.“

Dennoch habe Dobrowolski in seinen Aussagen nur pauschale Kritik für die Polizeigewerkschaften über. Schlimmer noch, er werfe ihnen vor, sich nicht ausreichend von Rechtsradikalismus zu distanzieren. „Uns damit in die Nähe von Rechtsradikalen zu rücken ist eine Frechheit. Gerade wir als GdP haben vor wenigen Wochen einen Unvereinbarkeitsbeschluss in Bezug auf AfD-Mitglieder getroffen. Deutlicher kann man wohl kaum Kante gegen Rechts zeigen“ empört sich Fasche.

Die GDP sei überparteilich, vertrete aber in erster Linie die Interessen ihrer Mitglieder. Von Dobrowolski vertrete als Grüner deren Interessen, das mache das Interview deutlich. Ob er überhaupt für irgendwelche Polizeibeschäftigten spreche, bleibe unklar. Stattdessen lobe er die Bundes-Grünen über deren eigenen Klee, so Fasche.

„Dobrowolski ist über die Bremer Polizei schlecht informiert. Hier spricht keiner der Grünen mit den Gewerkschaften. Nicht mal wenn es um das Polizeigesetz oder den „Taser“ geht, schon gar nicht über die Rahmenbedingungen der Beschäftigten, die sich im Land Bremen unter Grüner Regierungsbeteiligung fortwährend verschlechterten. Wenn wir ab heute die Durchsetzung der Ausgangssperre mit zahlreichen Überstunden und Anfeindungen durchsetzen, dann wird das allerdings von den Grüner als selbstverständlich hingenommen.“

Die Hauptwaffe der Polizei sei nie Zwang oder Gewalt, sondern immer die Kommunikation, pflichtet der Bremer Gewerkschaftschef dem Berliner Grünen bei. Aber man müsse eben auch akzeptieren, dass die Beschäftigten öfter als ihnen lieb sei in Situationen geraten, bei denen bloße Kommunikation als Einsatzmittel nicht oder nicht mehr geeignet ist. Dann sei fundierte Kritik, aber auch Unterstützung immer willkommen.
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