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volle Ränge und Rückendeckung bei Personalversammlung

Oehmke: "Heile Welt, statt Realität"

Bremen.

Der Vorsitzende des Personalrats der Polizei Bremen, Rolf Oehmke, lud nach der scharfen Kritik an der Landesregierung durch Polizeipräsident Müller zu einer außerordentlichen Personalversammlung, um über "Heile Welt, statt Realität" zu sprechen. Mehr als 1000 Polizeibeschäftigte klatschten für die klaren Worte des Präsidenten und seinen Mut. Am Ende verabschiedeten die Anwesenden eine Resolution.

Der Personalrat der Polizei Bremen lud unter dem Motto "Heile Welt, statt Realität", da die Polizei Bremen vor großen und weitreichenden Veränderungen steht. Ziel des Vorsitzenden des Personalrats Rolf Oehmke (Mitglied des GdP Vorstandes) war es, den Polizeibeschäftigten Orientierung für die Zukunft zu ermöglichen. "Anstehende Veränderungen, Umorganisation, Stellenstreichungen und vieles mehr, werden alle Direktionen der Polizei Bremen und somit fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen", so Oehmke. Natürlich war Polizeipräsident Lutz Müller anwesend, politische Vertreter und der Innensenator wurden dieses mal nicht eingeladen, um hinter verschlossener Tür offen über die bevorstehenden Veränderungen zu sprechen.



Foto i.a. GdP Bremen

Mehr als 1000 Teilnehmer füllten die Ränge und applaudierten für die klaren Worte des Polizeipräsidenten und seinen Mut. Als es jedoch an die ersten möglichen Veränderungen innerhalb der Polizei Bremen ging, wurde es laut und es kamen kritische Nachfragen ans Tageslicht. Die Polizeiführung will nach den Osterferien erste Möglichkeiten und Veränderungen präsentieren und dem Innensenator zur Entscheidung überlassen.

Unser Landesvorsitzender nahm an der Personalversammlung teil und äußerte im Anschluss: "In anderen Bundesländern wäre der Polizeipräsident nach solchen Äußerungen nicht mehr Polizeipräsident! Spätestens nach den Äußerungen des Polizeipräsidenten auf der Personalversammlung steht jedoch fest, dass jeder für die harten Zeiten einen starken grünen Personalrat und eine starke Gewerkschaft der Polizei (GdP) braucht!"

Am Ende der Personalversammlung verabschiedeten die Anwesenden die folgende Resolution:

Resolution aus der Personalversammlung der Polizei Bremen

"Wir stehen zu unserer Verantwortung, der Garant für die innere
Sicherheit in Bremen zu sein. Wir wollen den berechtigten Ansprüchen
der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt auf Schutz vor Gefahren
und Kriminalität gerecht werden.
Die neue Personalzielzahl von 2540 entspricht nicht ansatzweise den
gegenwärtigen Aufgaben der Polizei. Zusätzlich wurden bei deren
Festlegung die anhaltende Zuwanderung und die Bedrohung durch den
internationalen Terror nicht entsprechend berücksichtigt. Trotz dieser
neuen Herausforderungen müssen wir jetzt mit 2490 Kolleginnen und
Kollegen die Aufgaben in einem Arbeitsumfang von über 2700
Vollzeitstellen bewältigen.
Dem Anspruch der Bevölkerung und unserem eigenen Anspruch auf
optimale Wahrnehmung der Aufgaben können wir deswegen nicht mehr
vollumfänglich entsprechen. Durch eine verfehlte Einstellungspolitik der
vergangenen Jahre ist eine absehbare Personallage eingetreten, die nur
noch eine Konzentration auf bestimmte Aufgaben zulässt.
Die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum, die Bekämpfung der
Straßenkriminalität und die Bekämpfung des extremistischen Terrors
werden den Schwerpunkt bilden.
Wir fordern die Abgabe von noch zu definierenden Aufgaben und die
weitere Absenkung von Bearbeitungsstandards ein. Das entspricht zwar
nicht unserem Berufsbild, ist aber für die Gesundheit der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabdingbar.
Die Realität ist, dass die „heile Welt“ auf dem Rücken unser Kolleginnen
und Kollegen ausgetragen wird.
Einer weiteren Arbeitsverdichtung erteilen wir eine klare Absage!
Wir fordern die Übernahme der politischen Verantwortung für die
nun anstehenden Entscheidungen und daraus resultierenden
Maßnahmen!
Um jetzt und in Zukunft den berechtigten Ansprüchen der
Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zu entsprechen, fordern wir
300 neue Stellen für die Polizei Bremen."

Unser Landesvorsitzender Jochen Kopelke war nur einer der vielen Unterzeichner.



Foto i.A. GdP Bremen


Foto i.A. GdP Bremen

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