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Können wir noch mit unseren Kindern zum Fußball gehen?

Ultras prügeln sich mit Kneipengästen im Bremer Viertel

Bremen.

Am 17. 12. berichtete der Weserkurier unter dem Titel "Ultras prügeln sich mit Kneipengästen im Bremer Viertel" von einer Schlägerei im Anschluss an das Bundesligaspiel Werder Bremen und dem 1. FSV Mainz 05. Inzwischen wird von der individuellen Verantwortung der Täter abgelenkt und der Polizei vorgeworfen, sie hätte die Auseinandersetzungen nicht verhindert. Damit wird jedoch nur von der individuellen Verantwortung der Täter abgelenkt, während Personal und Ausrüstung für die Polizei fehlen.

Nach den Vorfällen vom letzten Wochenende beim Fußballspiel Werder Bremen gegen Mainz 05 beabsichtigt die Polizeiführung, das Kräftekontingent für das Pokalspiel gegen Freiburg erheblich aufzustocken. Daran wird deutlich, dass bereits bei Spielen mit geringer Fanrivalität ein erhöhter Personalansatz erforderlich ist. Hintergrund ist, dass der Fußball von links- und rechtsextremen Gruppierungen als Plattform der Gewaltausübung genutzt wird.

Werder Bremen distanziert sich nach eigenen Aussagen davon, lässt aber auch vermissen, wie sie mit ihren problembehafteten Ultragruppierungen umgehen wird. Der Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald macht deutlich, dass an den Ausschreitungen auch Mitglieder von Ultragruppierungen beteiligt waren, die zuvor das Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen besucht haben (BuBi, 18.12.17). Sofern eine Identifizierung der Täter erfolgen kann, erwartet die GdP Konsequenzen von Werder Bremen im Umgang strafauffälligen Fans, um diesen Menschen keine Plattform für Gewalt anzubieten.

Aus Sicht der GdP ist die Änderung der polizeilichen Taktik keine Lösung: Die verantwortlichen Polizeiführer reagieren umsichtig und kompetent auf die polizeilichen Lagen. Eine veränderte Taktik wird das seit Jahren versäumte Problem der verfehlten Einstellungspolitik nicht entschärfen. Die politischen Entscheidungsträger sind gefordert, die personellen Rahmenbedingungen für die Polizei zu verbessern. Mit einem ausreichendem Kräfteansatz ist eine Begleitung auffälliger Gruppen möglich und die Polizei kann es unterbinden, dass mit dem „… Abpfiff eines Spiels […] nicht gleichzeitig das Signal zu einem rechtsfreien Raum …“ (BuBi, 18.12.17, Wilhelm Hinners, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion) ausgerufen wird.
Die GdP fordert eindeutig, die zugebilligte, bis heute nicht erreichte Personalzielzahl von 2600 Beschäftigten bei der Polizei auf mindestens 2800 aufzustocken und Abstand davon zu nehmen, Tarifbeschäftigte einzustellen, die mit Polizeivollzugsstellen finanziert werden – wie es in der Bereitschaftspolizei angedacht ist.

Gegenwärtig sind die vorhandenen Einsatzkräfte nach wie vor gefordert, die klaffenden Personallücken zu schließen, was zu erheblichen sozialen Belastungen führt: Vereinzelt erhalten die Einsatzkräfte in einem Sechs-Wochenzeitraum kein freies Wochenende. Dennoch sorgen sie dafür, dass Eltern ohne Angst noch mit ihren Kindern zum Fußball gehen können und tragen erheblich zum verbesserten Sicherheitsgefühl der Bürger bei. Die politischen Akteure entscheiden jedoch über den Ausprägungsgrad: Wer darüber beschließt, personelle Lücken in Kauf zu nehmen, setzt auch das Sicherheitsgefühl der Bürger aufs Spiel und trägt dafür die Verantwortung.
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