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Fachbereich Kripo

Betrug auf der Überholspur ?

Wäre der Betrug in Hamburg eine börsennotierte Aktiengesellschaft … … die Aktionäre könnten sich jährlich über eine üppig steigende Dividende freuen …

Am 11.03.2019 berichtete das Hamburger Abendblatt, dass die Hamburger Polizeiführung sich entschlossen habe, das Thema Betrug in Hamburg zu einem „großen Schwerpunktthema“ machen zu wollen. Aus Sicht der GdP zumindest schon mal ein Erfolg, dass man erkannt hat, dass bei sinkenden Fallzahlen in anderen Bereichen – so zumindest die offizielle PKS – der Betrug ein prosperierendes Gewerbe mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten ist.

Bei genauer Betrachtung des Abendblatt-Artikels wird allerdings klar, dass die Schwere und Komplexität des Problems in Hamburg noch nicht erkannt worden ist.
Da helfen wir gerne aus:
Die für die Hamburger Polizei Verantwortlichen sehen die Verantwortung für die Prävention (fraud prevention) z.B. im Bereich des ins Kraut schießenden Warenkreditbetrugs vor allem beim Versandhandel und weisen darauf hin, dass man als Händler zumindest „ ein Mindestmaß an Prüfung“ (lt. Abendblatt-Artikel) vornehmen solle, bevor man Ware versendet.
Ein wenig scheinheilig, wie wir meinen. Denn natürlich haben die Betrüger in den vergangen Jahren wiederholt, wie auch unter anderem bei unserem amtierenden Innensenator geschehen, das gute Schufascoring Prominenter ausgenutzt, um an Warenlieferungen zu gelangen – was soll man denn nach der Vorstellung der Polizeiführung noch prüfen, wenn unter den ausgespähten Daten die Ware zum Opfer nach Hause geschickt wird und das Paket vor der Tür vom Täter abgefangen wird?
Der Schaden in diesem Bereich geht in Hamburg und bundesweit übrigens in die Hunderte Millionen, vermutlich sogar Milliarden Euro, da das Anzeigeverhalten großer Unternehmen, vorsichtig ausgedrückt, als sehr zurückhaltend bezeichnet werden kann.
Wie vom zuständigen LKA 5 zu erfahren ist, liegen derzeit wieder hunderte Vorgänge unbearbeitet als sogenannte unbearbeitete „Halde“ herum. Den Bürger und Anzeigenden wird es freuen. Im Übrigen stelle man sich den explosionsartigen Anstieg der Halde an, würden große Unternehmen ihr Anzeigeverhalten zum Positiven ändern!

Die GdP fordert deshalb, dass das über Jahre verschleppte Problem endlich wahrgenommen wird und der unselige frühere Tenor der Führung „man habe den Betrug zentralisiert und nicht priorisiert“ sofort in das Gegenteil verkehrt und nun endlich ohne weitere Verzögerung priorisiert wird.
Und sollte die Polizeiführung ernsthaft der Meinung sein, die Unternehmen würden nicht ausreichend präventiv tätig sein, so möge diesen Unternehmen nachhaltig geholfen werden.
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