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Jeder dritte Polizeischüler in MV scheitert - Ausbildungskonzept muss zeitnah überarbeitet werden

Schwerin.

Jeder dritte Polizeischüler in MV scheitert - nur 95 von 145 Polizeianwärtern schaffen die Ausbildung. Wenn das so weitergeht, dann wird die Ziel-Zahl von 6.200 Polizeibeschäftigten zur reinen Fantasie-Zahl.

"Ich blicke mit Sorge auf den Nachwuchs in der Polizei.“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Christian Schumacher zu der geringen Anzahl der erfolgreich abschließenden Auszubildenden. Schumacher weiter: „Wer das schlechte Ausbildungsergebnis auf die „Qualität“ der Anwärter und Corona schiebt, macht es sich zu einfach. Das sind strukturelle Probleme.“

Der Ruhestand vieler Kolleginnen und Kollegen steht unmittelbar bevor. Die Belastung in den Dienststellen nimmt zu. Der Personalbedarf in den Dienststellen ist daher groß. Aus demografischen Gründen sinkt die Anzahl potentieller Bewerber für den Polizeidienst. Es wird schwieriger, geeignete Anwärter zu finden, weil auch andere Organisationen und Bundesländer Auszubildende suchen. Schlechte Bezahlung, mangelnde Aufstiegschancen, unattraktive Arbeitszeiten und Gewaltattacken gegen Polizisten tun dann ihr Übriges. Das Argument, einen Job auf Lebenszeit zu haben, zieht nicht mehr!

"Das Personal, das dringend in den Dienststellen benötigt wird, kommt nicht an. Das aktuelle Ausbildungskonzept muss zeitnah überarbeitet werden. Insbesondere die Betreuung von den jüngeren Anwärtern gehört überdacht.“, so Schumacher abschließend.
Hintergrund: Im Jahr 2019 haben 146 Anwärter (39 Frauen und 107 Männer) ihre Ausbildung angetreten, das Innenministerium MV benennt zwar 151 Absolventen, hier wurde jedoch die Sportfördergruppe mitgezählt. Insgesamt wurden 95 Absolventen zur/zum PMin/PM ernannt, d. h. 65,06 Prozent haben es geschafft und 34,94 Prozent sind gescheitert.
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