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Gewerkschaft ist die Stärke der Schwachen – JHV der KG Göttingen am 08.11.2011


„Präsent wo’s brennt“ präsentierte Kreisgruppenvorsitzender Michael Bersenkowitsch in seiner Eröffnungsrede das Motto der GdP für die anstehenden Personalratswahlen. Den Mitgliedern und Gästen im vollbesetzten Veranstaltungsraum zeigte er die bestehenden Brennpunkte auf, u. a.
  • Nachwuchskräftemangel
  • Beförderungsstau
  • ungenügende Entwicklungsperspektiven für Tarifbeschäftigte, Verwaltungsbeamtinnen und –beamte.

Michael Bersenkowitsch (Foto: Studio im GdP-Auftrag)
Michael Bersenkowitsch (Foto: Studio im GdP-Auftrag)

Bezirksgruppenvorsitzender Harald Calsow konfrontierte die Anwesenden in seinem Grußwort mit einem drastischen Blick auf herrschende Zustände in Los Angeles und damit stellvertretend für die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Land stehe am Rande des Abgrunds, die Gesellschaft löse sich auf. Oft, so warnte Calsow, seien die USA Vorreiter dessen gewesen, was sich später in Deutschland wiederholt habe. Daher sei es wichtig, Kräfte zu stärken, die für Solidarität, Freiheit und Gleichheit stehen, die Gewerkschaften und Personalvertretungen. Verbunden damit richtete er einen Appell an die Anwesenden, im nächsten Jahr zur Personalratswahl zu gehen und andere dazu zu ermuntern. Großer Applaus der Anwesenden, die Calsows Worten gebannt gelauscht hatten.

Michael Bersenkowitsch ließ im Geschäftsbericht des Vorstandes die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren. Zusammenfassend stellte er fest: Die Kreisgruppe Göttingen lebt, was auch die große Teilnehmerzahl am heutigen Tage belege. Er richtete einen großen Dank an die Gewerkschafter und Personalräte.

Ralf Hermes, stellvertretender Vorsitzender des Polizeihauptpersonalrates, legte in seinem gewerkschaftlichen Situationsbericht den Finger in offene Wunden und stellte in seiner engagiert vorgetragenen Rede Missstände an den Pranger. Er begann mit den Worten „Glaubt nicht alles, was erzählt wird. Seid wachsam!“ Dann spannte er den Bogen über

  • den Castor-Transport
  • den von Innenminister Schünemann durchgeführten „Personenputsch im eigenen Haus“
  • das verfehlte A 11er-Konzept
  • die Balanced Scorecard – Kennzahlen vor Menschlichkeit -
  • über Beförderungen und
  • den Digitalfunk bis hin zu
  • der provokanten Frage, ob die Polizeispitze tatsächlich noch politisch unabhängig sei.

Ein wertgeschätzter Polizeiführer dürfe nicht nur den Blick nach oben richten, sondern müsse bereit sein, auch dort, wo Kolleginnen und Kollegen die Arbeit verrichteten, Präsenz zu zeigen und Rückhalt zu gewähren. Ralf Hermes traf mit seiner leidenschaftlichen Rede ins Herz der Zuhörer, die ihm begeistert applaudierten.

Anschließend wandte sich Linde Becker-Huntgeburth an die Tarifbeschäftigen und die Verwaltungsbeamtinnen und –beamten, die in erfreulich großer Zahl der Einladung gefolgt waren. Die Vertreterin Tarif im Bezirkspersonalrat der PD Göttingen gab einen Rückblick auf die Zeit seit 2004, in der die Kolleginnen und Kollegen der Polizeiverwaltung von den Verantwortlichen kaum wahrgenommen und völlig konzeptlos Tarifbeschäftigte abgebaut worden waren. Dies habe zu einem weiteren Brennpunkt geführt, zu gravierender Arbeitsverdichtung einhergehend mit eklatantem Kräftemangel.

Nach Gesprächen der Personalvertretung mit politisch Verantwortlichen scheine sich eine Wende abzuzeichnen, würden z. B. Entwicklungsmöglichkeiten für die Tarifbeschäftigten und Verwaltungsbeamtinnen und –beamte in Aussicht gestellt. Linde Becker-Huntgeburth bedankte sich für das große Engagement der Mitglieder bei Arbeitskampfmaßnahmen in der zurückliegenden Tarifrunde, die mit einem akzeptablen Ergebnis geendet hatte. Kräftiger Applaus auch von den Beamtinnen und Beamten, auf die das Tarifergebnis zeitnah übertragen worden war.

Nach den Wahlen des Kreisgruppenvorstandes, an dessen Spitze weiterhin Michael Bersenkowitsch stehen wird, der Vertrauensleute sowie der Kassenprüfer nahmen Harald Calsow und der Vorsitzende die diesjährigen Ehrungen vor.

Geehrt wurden für 25 Jahre GdP: Fred Bührmann, Achim Loose, Karl-Heinz Siebert und Matthias Wiehe, für 40 Jahre Mitgliedschaft Jürgen Spuddig und für 50 Jahre Zugehörigkeit Klaus Milde, Wolfgang Müller und Hans Dieter Stiebritz.

Der alte und neue Vorsitzende dankte in seinen Schlussworten nochmals allen, die sich für die Kreisgruppe Göttingen engagieren und unterstrich die Wichtigkeit dieser Aufgabe mit der Aussage: Gewerkschaft ist die Stärke der Schwachen.

Sabine Prilop



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