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Landesjournal Niedersachsen Oktober 2021 - Leitartikel - Gewerkschaftliches Engagement - Wie aus Unzufriedenheit Veränderung wird

GdP Deutsche Polizei, Titelseite, Ausgabe Nr. 11, November 2021
GdP Deutsche Polizei, Titelseite, Ausgabe Nr. 11, November 2021

28.10.2021. Landesjournal Niedersachsen November 2021 - Leitartikel: Im August hat der Innenminister im Rahmen eines Pressetermins neue Einsatzmittel präsentiert. Über die Veranstaltung wurde in null 1|5 berichtet. So weit, so normal. Doch die anschließende Diskussion unter dem Beitrag hatte es in sich.

Philipp Mantke, GdP-Landesredakteur Niedersachsen (Foto: GdP, 2021)
Philipp Mantke, GdP-Landesredakteur Niedersachsen (Foto: GdP, 2021)
Mittlerweile über 40 Kommentare zeigen das Potential unseres polizeilichen sozialen Netzwerks auf: Eine offene und lebhafte Diskussion mit Beteiligung aus ganz Niedersachsen. Die Gemüter erhitzte dabei, dass neue Ausrüstung angepriesen würde, während die bestehenden Einsatzmittel seit Jahren nicht ersetzt oder modernisiert würden. Berechtigte Kritik und gute Hinweise mischten sich mit zynischem Geraune gegen „die da oben“.

Kritik wird nicht erst seit Null 1|5 geäußert

Kritik aus den Reihen der Polizei am Status quo gibt es jedoch nicht erst mit Einführung von null 1|5. Seit mittlerweile 72 Jahren gehört genau das zum Kern der GdP Niedersachsen. Es mag wie eine ausgelutschte Werbebotschaft klingen, aber ich habe es rund um die Erstellung der mittlerweile 50 Ausgaben als verantwortlicher Landesredakteur immer wieder erlebt: Die Probleme der Kolleginnen und Kollegen werden gesammelt, es wird darüber diskutiert und gemeinsam werden Lösungen erarbeitet oder politische Forderungen formuliert.

Wer vom „zahnlosen Tiger“ spricht, hat nicht richtig ins Maul geschaut

Als Kritik hört man dann immer mal wieder, dass die GdP doch eigentlich ein „zahnloser Tiger“ sei – da die Beamtinnen und Beamten für ihre Ziele nicht streiken könnten und somit die vermeintlich mächtigste Waffe stumpf sei. Diese Kritik spart aber nicht nur unsere Tarifbeschäftigten aus, die sehr wohl streiken können. Sie missachtet auch, dass ein Streik eben nicht der einzige „Zahn“ einer Gewerkschaft ist.

Die Teilnehmenden des GdP-Arbeitszeitkongresses am 8. September 2021 können davon berichten: Mit ihren Statements haben die Kolleginnen und Kollegen dort einen bleibenden Eindruck bei der Polizeiführung hinterlassen. Viele GdP-Forderungen wurden anschließend vom Staatssekretär, Landespolizeipräsidenten und Landespolizeidirektor wiederholt.

Hintergrundgespräche, Stellungnahmen in den Medien, Kampagnen und der gemeinsame Austausch haben in der Vergangenheit zum Erfolg geführt und werden es auch weiterhin tun. In den seltensten Fällen verändern sich dabei Dinge von heute auf morgen. Es gilt: steter Tropfen höhlt den Stein. Das hat auch das jahrelange Engagement der GdP für die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes oder der Heilfürsorge gezeigt. Und ja, nicht immer lässt sich – wie am letzten Beispiel deutlich wird – die eigene Forderung zu 100 Prozent durchsetzen. Es wird immer auch Kompromisse geben müssen.

Achtung und Respekt

Auch die Kritik über null 1|5 spielt eine wichtige Rolle beim Engagement, unsere Polizei zu verbessern. Eines sollte dabei jedoch nicht außer Acht gelassen werden: Hinter den beklagten Problemen sitzen Menschen. Menschen, die tagtäglich daran arbeiten, dass eben diese Probleme kleiner werden. Sei es beispielsweise in der ASDN der ZPD, im LZN oder im Fachreferat des MI. Wenn deren Arbeit harsch kritisiert und verspottet wird, trifft dies unsere Kolleginnen und Kollegen in den Fachbereichen auch persönlich. Daher sollten wir ihnen bei der Formulierung unserer Kritik und Kommentare die gleiche Achtung und denselben Respekt entgegenbringen, wie wir ihn für unsere eigene Arbeit erwarten.

Wie es ablaufen kann, konnte man vergangenes Jahr in der Landesbeiratssitzung der GdP erleben. Der damalige Referatsleiter 26 im Innenministerium, Alfred Soetbeer, war zu Gast. Er informierte uns umfassend über Beschaffungsvorhaben sowie laufende Erprobungen von Dienstbekleidung von Einsatzmitteln. Es entstand eine lebhafte Diskussion mit vielen Rückfragen. Wir erfuhren, warum manche Artikel Lieferverzögerungen haben oder die Erprobung von lange angekündigten Einsatzmitteln noch nicht begonnen hatte. Das Gespräch war für die Teilnehmenden eine Bereicherung und ein echter Blick über den Tellerrand. Denn nur, wenn wir den vollen Umfang von Problemen verstehen, können wir auch sachgerechte Kritik und echte Verbesserungsideen einbringen.

Mitmachen lohnt sich!

Wenn ihr also nicht nur des Meckerns wegen meckern wollt, sondern tatsächlich an einer Veränderung der Polizei Niedersachsen mitwirken möchtet: Beteiligt euch! Werdet in den Kreis- und Bezirksgruppen aktiv, veranstaltet Diskussionsrunden oder organisiert Treffen mit euren Abgeordneten, den Verantwortlichen aus den Dienststellen und dem LPP. Ich freue mich schon darauf, eure Erfahrungsberichte hier im DP-Landesteil veröffentlichen zu können. Mitmachen lohnt sich!

Philipp Mantke

GdP-Landesredakteur

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