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Der GdP-Landesfachausschuss Schutzpolizei (LFA S) zu Gast im LPA 1

Tourniquet, Einsatzanzug, Neuer Streifenwagen und mehr

Vor wenigen Wochen trafen sich Claus Bannick, Sven Simonsen und Thorben Steckel vom LFA S mit Ralph Garschke, Stefan Chirvi und Frank Oesinghaus von LPA 1, um sich über die vom Landesdelegiertentag 2021 beschlossenen Anträge und aktuelle Themen auszutauschen.

Einsatzanzug
        Die GdP hat mehrfach darauf hingewiesen, dass der aktuelle Einsatzanzug nicht zur neu beschafften Körperschutzausstattung (KSA) passt und die Nachteile aufgezeigt. Der Ministerpräsident hatte noch während des Landesdelegiertentages 2021 die Beschaffung eines neuen Einsatzanzuges zugesagt, nachdem durch zwei Kolleginnen die Vorzüge moderner Einsatzanzüge im Vergleich zum aktuellen Anzug eindrucksvoll dargestellt worden waren. In der Folgezeit konnten durch die GdP Eckpunkte für die Anforderung an einen neuen Einsatzanzug formuliert werden. Aktuell gibt es eine durch LPA 1 beauftragte landesweite Arbeitsgruppe, die unter Federführung der 1. Einsatzhundertschaft sehr konkret an Lösungen arbeitet.
        Es wird aber noch dauern, bis der neue Einsatzanzug getragen werden kann, da das Land noch vertraglich an die Abnahme des aktuellen Einsatzanzuges gebunden ist.

        Neuer Streifenwagen MB Vito Compakt
        Vor wenigen Wochen wurde er offiziell als Nachfolger des VW Passat und der E-Klasse vorgestellt. Bereits, als sich diese Entwicklung in 2021 abzeichnete, aber auch weiterhin tagesaktuell, erhalten wir dazu viele kritische Hinweise von euch. Viele haben Bedenken, dass sich die Behäbigkeit des Vito negativ auf die Einsatzwahrnehmung auswirken könnte. Diese Meinungen wurden transportiert, und wir haben angeregt, nach einer gewissen Laufzeit des Streifenwagens eine Evaluation durchzuführen, ob sich Nach- oder vielleicht auch Vorteile durch den neuen Streifenwagen ergeben haben. Diese Idee hat Ralph Garschke spontan aufgenommen und eine Evaluation über die FB PM zugesagt.
        Die GdP wird die Auswirkungen beobachten und sich hier weiter kritisch einbringen.
        Festzustellen ist, dass es sich beim MB Vito Compakt auf den ersten Blick um einen modernen und funktionell ausgestatteten Streifenwagen handelt. Er ist auch mit zwei Schiebetüren ausgestattet, was sich zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen auch bei den schon seit Jahren genutzten MB Vito lang durchsetzen sollte.
        Das Befahren von üblichen Tiefgaragen soll durch die Verwendung eines besonders flachen Dachbalkens möglich sein. Es sind verschiedene Motorisierungen und Antriebe vorhanden, so dass die Kolleginnen und Kollegen des Autobahndienstes eine Version mit 240 PS und Allradantrieb bekommen werden.
        Sowohl im Fond als auch im Heck unter der geöffneten Klappe können Tische ausgeklappt bzw. herausgezogen werden, um schriftliche Arbeiten durchzuführen. Für die umfangreichen FEM ist ein modernes Schubladensystem inklusive Waffenfach vorhanden.

        Angemessenes Einsatzfahrzeug für die Nordlicht-Hundertschaften
        Eine weitere GdP-Forderung ist die Einführung größerer Gruppenwagen als Standard bei den Nordlicht-Hundertschaften. Wichtig dabei ist, dass die Anschaffung nicht zu Lasten des vorhandenen Fahrzeugbestands geht.
        Da von uns auch das Argument der drohenden Überladung des aktuellen MB Vito im Hundertschaftseinsatz vorgetragen wurde, wurde durch Ralph Garschke eine Prüfung veranlasst. Dabei wurde eine aus Sicht von LPA1 ausreichende Sicherheitsreserve festgestellt. Auch an dieser Stelle noch einmal „Vielen Dank“ dafür. Das zeigt, dass der Polizeiführung die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen wichtig ist.
        Eine mögliche Überladung ist aus unserer Sicht ein Argument von vielen weiteren für einen größeren Gruppenwagen, wie z. B. der Sitz- und Raumkomfort bei teils stundenlangem Aufenthalt im Fahrzeug, das Fehlen einer durchwurfhemmenden Verglasung.
        Wir werden unsere Argumente für einen größeren Gruppenwagen auch weiteren Entscheidungsträgern in der Landespolizei vortragen.

        Außentragehülle mit DEIG, Bodycam und Pfefferspray (DEIG-Proof)
        Diese wurden von Frank Oesinghaus vorgestellt.
        Die GdP begrüßt den Probelauf des DEIG in der Landespolizei und setzt sich für den Einsatz der Bodycam auch in Wohnungen ein.
        Bezüglich des Pfeffersprays hatten uns kritische Hinweise zur „neuen“ Trageweise und zur Unterbringung in der noch überwiegend vorhandenen ATH erreicht, die wir vorgetragen haben. Das angeschaffte Pfefferspray wird seit Jahren auch in anderen Länderpolizeien genutzt. Dort haben sich keine negativen Feststellungen bezüglich der Handhabung gezeigt. Der Hersteller war der einzige, der ein Pfefferspray liefern konnte, das in Kombination mit dem DEIG sicher eingesetzt werden kann.

        Als weitere Anregung wurde von uns die Beschaffung von CO-Warnern vorgetragen. Wir wiesen auf die notwendige und im Erlass beschriebene Ausstattung der Mantrailer-HundeführerInnen hin, die noch nicht vollständig ist. Des Weiteren kritisierten wir das Retourenmanagement des LZN.

        Es war eine offene und ehrliche Gesprächsrunde, in der wir thematisch überwiegend beieinander lagen. Vielen Dank dafür. Das Treffen soll sich regelmäßig wiederholen.
        Habt Ihr Anregungen oder Hinweise für uns, dann meldet euch. Die GdP steht auch hier an eurer Seite.

        Thorben Steckel
        Landesfachausschuss Schutzpolizei
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