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13.04.2026

GdP Hamburg warnt vor möglicher Arbeitszeiterhöhung:„Unsere Belastung ist längst am Limit!"

Die Diskussion um den Hamburger Haushalt sorgt in Polizei und Verwaltung für erhebliche Unruhe. Seit Bremen angekündigt hat, die Wochenarbeitszeit für Beamtinnen und Beamte ohne Lohnausgleich zu erhöhen, wächst in Hamburg die Sorge, dass der Senat einen ähnlichen Schritt prüfen könnte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hamburg stellt klar: Eine Arbeitszeiterhöhung ist für die Polizei Hamburg keine Option.

Lars Osburg, stellvertretender Landesvorsitzender der GdP Hamburg, betont: „Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahren an der Belastungsgrenze. Eine Erhöhung der Arbeitszeit würde die Überlast nicht lösen, sondern zementieren – und das ohne jeden Mehrwert für die Sicherheit der Stadt.“

Die GdP fordert vom Senat ein eindeutiges Bekenntnis, dass Hamburg den Bremer Weg nicht einschlagen wird. Osburg warnt vor den Folgen für Gesundheit, Einsatzfähigkeit und Nachwuchsgewinnung:

„Wer die Arbeitszeit erhöht, verschärft die Probleme, die wir seit Jahren benennen:

Überstundenberge, Schichtdienstbelastung und fehlende Erholungszeiten. Das gefährdet am

Ende nicht nur die Gesundheit  der Beschäftigten, sondern auch die Einsatzfähigkeit der Polizei.“

„Unsere Belastung ist längst am Limit!"

GdP Hamburg nennt zentrale Gründe für die Ablehnung:

  • Gesundheitliche Risiken: Schichtdienst, unvorhersehbare Einsatzlagen und hohe Verantwortung führen bereits heute zu überdurchschnittlicher Belastung. Längere Arbeitszeiten erhöhen das Risiko von Erschöpfung, Schlafstörungen und Fehlern – mit sicherheitsrelevanten Folgen.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Eine Arbeitszeiterhöhung würde die ohnehin schwierige Balance zwischen Dienst, Familie und Pflege weiterverschlechtern. Besonders junge Beschäftigte und Alleinerziehende wären betroffen.
  • Attraktivität des Polizeiberufs: Während andere Branchen über Arbeitszeitverkürzung und Flexibilisierung sprechen, wäre eine Verlängerung ein Rückschritt. Hamburg würde im Wettbewerb um Nachwuchs und Fachkräfte weiter an Boden verlieren.
  • Bereits bestehende Überstunden: Die Polizei Hamburg arbeitet seit Jahren mit hohen Überstundenbergen. Eine Arbeitszeiterhöhung würde diese strukturelle Überlast verfestigen.
  • Besoldungsrechtliche Nachteile: Eine Erhöhung ohne Lohnausgleich entwertet die Arbeitsstunde und verschlechtert die materielle Anerkennung der Beschäftigten.
Lars Osburg_uniform | © Marius Röer
Marius Röer
„Hamburg braucht moderne, faire und belastungsorientierte Arbeitszeitmodelle – keine Rückschritte auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen. Wir erwarten ein klares Nein zu jeder Form der Arbeitszeiterhöhung.“
Lars Osburg, stellvertretender. Landesvorsitzender GdP Hamburg