jumpToMain
© Michael Arning
Michael Arning

16.06.2026

Hamburg braucht endlich eine solide Finanzierung der Polizei

Innere Sicherheit Pressemitteilungen

Vor Beginn der Innenministerkonferenz (IMK) in der Hansestadt fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hamburg verbindliche finanzielle Zusagen für die Sicherheitsbehörden. Hamburg sei als Stadtstaat „seit Jahren überdurchschnittlich belastet“, so die Gewerkschaft — durch Hafen, internationale Warenströme, Demonstrationsgeschehen und eine hohe Einsatzdichte in innerstädtischen Bereichen.

Lars Osburg, Landesvorsitzender der GdP Hamburg, sagt:  „Hamburg ist ein Hochlaststandort der inneren Sicherheit. Wer hier mehr Sicherheit erwartet, muss die Polizei auch so ausstatten, dass sie diese Aufgaben stemmen kann.“  Zivile Verteidigung: „Hamburg trägt besondere Verantwortung – und braucht dafür Mittel“  Die IMK berät über den Fahrplan „Zivile Verteidigungsfähigkeit 2029“, KRITIS‐Schutz und hybride Bedrohungen. Osburg betont, dass Hamburg als Hafenmetropole kritische Infrastruktur von nationaler Bedeutung schützt. 

Lars Osburg weiter: „Hamburg ist Tor zur Welt – und damit auch ein potenzielles Ziel. Zivile Verteidigung funktioniert hier nur, wenn Bund und Länder die Polizei finanziell stärken.“ 

Die GdP fordert:

  • Bundesmittel für KRITIS‐Schutz im Hafen und an Verkehrsknotenpunkten 
  • Investitionen in Technik und Personal, die den besonderen Risiken Hamburgs entsprechen 
  • Planungssicherheit für die Sicherheitsbehörden 

Migration und Rückführungen: „Hamburg darf nicht auf den Kosten sitzen bleiben“ 

Mit Blick auf GEAS und Rückführungen kritisiert die GdP, dass Hamburg als Stadtstaat überproportional viele operative Aufgaben übernimmt — von Gewahrsam bis Transport. „Wenn Rückführungen konsequenter werden sollen, braucht Hamburg zusätzliche Mittel. Die Polizei kann das nicht aus dem laufenden Betrieb heraus auffangen.“ 

Digitale Befugnisse: „Hamburg braucht moderne Technik – und zwar finanziert“ 

Die IMK befasst sich mit IP‐Adressspeicherung, Digitalfunk und der Stärkung des Verfassungsschutzverbundes. Osburg fordert eine Finanzierungsstrategie, die den Ausbau in Großstädten wie Hamburg realistisch hinterlegt. 

„Cybercrime, OK, Hafenkriminalität – Hamburg braucht High‐End‐Technik. Moderne Befugnisse ohne moderne Ausstattung bringen gar nichts.“ 

Die GdP fordert: 

  • Finanzierung eines leistungsfähigen Digitalfunks für Großlagen 
  • Mittel für IT‐Forensik und Cybercrime‐Einheiten in Hamburg 
  • Verlässliche Haushalte, die nicht jährlich neu verhandelt werden 

Stadionsicherheit: „Die Polizei Hamburg darf nicht der unbezahlte Sicherheitsdienst des Profifußballs sein“ 

Mit Blick auf Gewalt und Pyrotechnik in Stadien fordert die GdP eine faire Kostenverteilung.  „Wenn der Profifußball in Hamburg Millionen umsetzt, muss er auch Verantwortung übernehmen. Die Polizei kann nicht alles finanzieren und auffangen.“

Marius Röer | © Marius Röer
Marius Röer
„Diese IMK ist ein Finanztest. Hamburg braucht eine Polizei, die ihren Aufgaben gewachsen ist – und dafür braucht es endlich eine solide Finanzierung.“ 
Lars OSburg, Landesvorsitzender GdP Hamburg