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28.09.2026

Über 1.000 abweichende Stellenbesetzungen
– welche Perspektiven hat der Nachwuchs?

Ausbildung Pressemitteilungen

Am 1. Oktober beginnt an der Akademie der Polizei Hamburg ein neuer Bachelorstudiengang.
112 Studienplätze stehen bereit. Die GdP Hamburg begrüßt die neuen Kolleginnen und Kollegen – und fordert vom Senat verlässliche berufliche Perspektiven.
Der Haushalt der Polizei steigt. Trotzdem reichen die Mittel nicht aus, um die Stellen angemessen zu besetzen, die Hamburg selbst in seinen Stellenplan geschrieben hat. Bereits in der Drs. 22/14255 sprach der Senat von über 1.000 Einzelfällen, in denen Stellen abweichend von ihrer Wertigkeit besetzt waren. Wie viele dieser Stellenbesetzungen heute noch bestehen und wie lange einzelne Fälle bereits andauern, bleibt offen.

Lars Osburg, Landesvorsitzender der GdP Hamburg und weiterhin aktiv im Polizeivollzug: 
„Wenn junge Menschen bei der Polizei anfangen, erzählen wir ihnen zu Recht, dass ihnen viele Wege offenstehen. Irgendwann stellen sie aber die einfache Frage: Wo kann ich bei dieser Polizei in zehn Jahren stehen? Bei über 1.000 Fällen abweichender Stellenbesetzungen braucht Hamburg darauf eine glaubwürdige Antwort.“ 
Gleichzeitig wachsen mit Hafensicherheit, Drohnenabwehr, Cyberkriminalität, Großveranstaltungen und neuen Einsatzlagen die Anforderungen an die Polizei.

GdP Hamburg fordert zum Studienstart vollständig finanzierte Karrierewege

Dauerhaft fehlende Anerkennung bleibt nicht folgenlos. Sie schwächt Motivation, Vertrauen  und die Bindung an den Dienstherrn. Das trifft am Ende nicht nur die Betroffenen, sondern die gesamte Organisation. 

Die GdP fordert: 
• die vollständige Finanzierung der im Stellenplan vorgesehenen Beförderungsstellen, 
• eine aktuelle Auswertung der über 1.000 Fälle abweichender Stellenbesetzungen, 
• Angaben zur Dauer der einzelnen Fälle, 
• sowie einen verbindlichen Zeitplan für Ausschreibungen und Auswahlverfahren. 

„Wir heißen die neuen Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen. Wer heute  Nachwuchs gewinnt, muss morgen Karrierewege offenhalten. Immer mehr Aufgaben, über 1.000 abweichende Stellenbesetzungen und immer weniger Perspektiven passen nicht zusammen“, so Osburg. 

Lars Osburg_uniform | © Marius Röer
Marius Röer
„Ich erlebe im täglichen Dienst, wie Kolleginnen und Kollegen einspringen, Einsätze führen und teilweise über Jahre höherwertige Verantwortung übernehmen. Die Aufgaben sind da, die Stellen stehen im Plan – aber das Geld für eine angemessene Besetzung fehlt. Wer mehr als 1.000 solcher Fälle einräumt, darf das Problem nicht weiter nur verwalten.“
Lars Osburg, Landesvorsitzender GdP Hamburg