26.10.2026
Wenn es ernst wird, muss die Polizei funktionieren. Gespart wird trotzdem.
Die Polizei Hamburg bereitet sich auf eine möglicherweise unruhige Halloween-Nacht vor. In sozialen Medien wird zu Ausschreitungen aufgerufen. Die Kolleginnen und Kollegen werden ihren Dienst machen und für die Sicherheit der Menschen in Hamburg sorgen. Auch wenn das bedeutet, sich selbst in Gefahr zu bringen.
Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hamburg zeigt sich dabei erneut ein Widerspruch in der Politik des Senats.
Lars Osburg, Landesvorsitzender der GdP Hamburg:
„Wenn es auf der Straße kracht, fragt niemand nach der 41-Stunden-Woche oder dem gestrichenen AZV-Tag. Dann sollen unsere Kolleginnen und Kollegen da sein, einschreiten und den Kopf hinhalten. Aber wenn es um ihre eigenen Interessen geht, wird gespart. Das ist schon ein bemerkenswerter Umgang mit den Menschen, auf die sich diese Stadt im Ernstfall verlassen muss.“
Die GdP kritisiert seit Langem die Arbeitsbelastung der Polizei Hamburg. Mit der Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 41 Stunden und der Streichung des letzten AZV-Tages hat der Senat die Situation weiter verschärft. Hinzu kommt die weiterhin ungeklärte Frage einer dauerhaft amtsangemessenen Alimentation.
Wenn es um ihre eigenen Interessen geht, wird gespart!
Die GdP erwartet, dass die politische Diskussion über die Arbeitsbedingungen der Polizei nicht hinter der Berichterstattung über besondere Einsatzlagen verschwindet. „Natürlich müssen wir über die Sicherheit an Halloween sprechen. Aber wir müssen auch darüber reden, wer diese Sicherheit gewährleistet und unter welchen Bedingungen. Die Kolleginnen und Kollegen verdienen mehr als warme Worte, wenn der Einsatz vorbei ist.“
Osburg abschließend: „Unsere Kolleginnen und Kollegen werden auch an Halloween ihren Job machen. Darauf kann sich Hamburg verlassen. Schön wäre, wenn sich die Beschäftigten genauso auf ihren Senat verlassen könnten.“
„Wir reden hier über Menschen, die nachts, an Wochenenden und an Feiertagen arbeiten. Die beleidigt, angegriffen und verletzt werden. Und denen erklärt derselbe Senat, dass sie künftig noch länger arbeiten sollen. Ich frage mich manchmal, ob in der Politik überhaupt noch verstanden wird, was der Polizeidienst heute bedeutet.“Lars Osburg, Landesvorsitzender GdP Hamburg
