09.02.2026
SaferInternetDay 2026:
Cybercrime-Dienststellen und Polizeistreifen online
Zum Safer Internet Day 2026 warnt GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke vor Leichtsinnigkeit mit Blick auf Online-Aktivitäten. So nimmt der sogenannte Identitätsdiebstahl deutlich zu. Dieses Delikt hat eine steigende Fallzahl im Bereich der Cyberkriminalität. Hierzulande soll nach Expertenmeinung bereits jeder Zehnte davon betroffen gewesen sein. Das Dunkelfeld, also nicht angezeigte Delikte, tut sein Übriges.
„Den Kriminellen wird es oft zu leicht gemacht“, weiß Kopelke. Simple, stets gleiche Passwörter, eine fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und Lücken in der IT-Struktur bilden breite Einfallstore. Dann werden Bankdaten und Ausweiskopien abgegriffen oder millionenfach Nutzerdaten entwendet – mit für die Opfer gravierenden Folgen. Betroffene erhalten plötzlich Rechnungen oder Mahnungen für nicht bestellte Waren. Es treten Log-in-Fehler auf. Geldbeträge werden abgebucht, die Kontoauszüge erscheinen rätselhaft.
Opfer erhalten einen negativen Schufa-Bescheid und können keine Verträge mehr abschließen. Rasches Handeln ist polizeilich dringend geraten: eine Anzeige bei der Polizei, Beweismaterial wie Rechnungen oder Abbuchungen sichern, die sofortige Kontaktaufnahme mit dem Geldinstitut, dem Warenanbieter und Zahlungsdienstleistern. Teils müssen Ausweisdokumente gesperrt werden, etwa falls jemand unter falschem Namen geflogen ist.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert für eine bessere Strafverfolgung moderne Ermittlungsbefugnisse und Aufklärung. Die konsequente Verfolgung von Cyberkriminellen und eine schnellere Sicherung von digitalen Spuren sind essenziell für die Kriminalitätsbekämpfung. „Wir benötigen die IP Adressenspeicherung, die Verstärkung der Cybercrime-Dienststellen in den Polizeibehörden und endlich online Polizeistreifen, die in der digitalen Community sichtbar und ansprechbar auf Streife sind“, fordert Kopelke, unter anderem auch in einem Beitrag für die ARD-„tagesschau“.
„Die Identität hat einen Wert. Und da wollen die Kriminellen ran.“GdP-Chef Jochen Kopelke im ARD-„tagesschau“-Interview.
