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GdP Hessen

13.04.2026

GdP Hessen zum Ausbau der Videoüberwachung auf der Zeil:
„Mehr Kameras auf der Zeil - GdP warnt vor weiterwachsender Personallücke bei der Polizei“

Wiesbaden. Die GdP sieht den weiteren Ausbau der Videoschutzanlagen in Frankfurt am Main zwar als richtigen Schritt - warnt jedoch eindringlich vor einer gefährlichen Schieflage zwischen Technik und Personal.

GdP-Chef Mohrherr stellt klar: „Es ist richtig, dass wir an kriminalitätsbelasteten Orten wie der Zeil moderne Videotechnik einsetzen. Aber wir müssen ehrlich sein: Kameras allein schaffen keine Sicherheit. Ohne ausreichend Personal bleibt das Ganze Stückwerk - und genau das erleben wir zunehmend.“

„Belastungsgrenze längst überschritten“

Mohrherr zeichnet ein deutliches Bild der Lage: „Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahren am Limit. Immer neue Aufgaben - von Kontrollen über Einsätze bis hin zur Videoauswertung - kommen obendrauf, während das Personal nicht mithält.“ Besonders alarmierend seien die rund vier Millionen Überstunden bei Hessens Polizei, die sich trotz angekündigter Maßnahmen weiter aufgebaut hätten.

Die neuen Videoschutzanlagen bedeuteten in der Praxis:

  • mehr Dauerbeobachtung im Video-Operations-Center
  • steigenden Auswertungsdruck nach Einsätzen
  • zusätzliche Anforderungen an schnelle Reaktionen vor Ort 


Die GdP kritisiert zudem eine zunehmende Verschiebung der Prioritäten: „Der Eindruck verfestigt sich, dass auf der einen Seite massiv in Technik investiert wird, während auf der anderen Seite Stellen gestrichen oder nicht nachbesetzt werden. Das ist sicherheitspolitisch brandgefährlich.“ Auch der festgelegte Abbau von Tarifstellen im Polizeibereich stößt auf deutliche Ablehnung: „Jede dritte Tarifstelle soll wegfallen - während gleichzeitig immer mehr Aufgaben entstehen. Das ist nicht zu erklären und nicht zu akzeptieren“, so Mohrherr.

Die GdP fordert daher:

  • einen sofortigen Stopp von Stellenabbau im Polizeibereich
  • eine spürbare personelle Verstärkung in allen Bereichen
  • eine klare Priorität für Polizeipräsenz auf der Straße statt reiner Technikpolitik

 
„Sichtbare Polizei entscheidet über Sicherheit - nicht Kameras allein“, so Mohrherr. Die GdP unterstützt den Ausbau moderner Videoschutzanlagen weiterhin grundsätzlich, warnt jedoch vor einer Entwicklung, in der Technik den Personalmangel überdecken soll. „Wer Sicherheit wirklich ernst meint, muss endlich umsteuern: weg vom reinen Technik-Ausbau, hin zu mehr Menschen in den Dienstgruppen und Kommissariaten!“

Weitere Informationen

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Jens Mohrherr

Landesvorsitzender

Telefon 0151/29218934