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GdP Hessen

13.06.2026

Gänsehautmomente und emotionsbedingter Frühstart

Fulda - Mit pandemiebedingter Verzögerung war die osthessische Domstadt in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 1990 Gastgeber des Hessentags.

Für die Vereidigung der Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter bot die voll besetzte Esperantohalle einen würdigen Rahmen. Knapp 600 Nachwuchskräfte waren gemeinsam mit ihren Familien und Freunden nach Fulda gekommen. Unter den Augen von Polizeiführung, Politik und Presse sorgte das Landespolizeiorchester einmal mehr für Gänsehautmomente. Mit einem Beatles-Medley und dem Hessenlied fand die Veranstaltung ihren musikalischen Höhepunkt. Für das Polizeipräsidium Osthessen markierte der Tag zugleich den Auftakt eines besonderen Festsommers: Im August wird das 25-jährige Bestehen des Polizeipräsidiums gefeiert.

Sowohl Ministerpräsident Boris Rhein als auch Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck würdigten die Arbeit der Polizei in ihren Ansprachen. Der Ministerpräsident betonte die besondere Bedeutung des Polizeiberufs für Freiheit und Sicherheit in unserem Land und bezeichnete die Polizei mit Blick auf die Lehren aus dem Nationalsozialismus als „Bollwerk des Grundgesetzes“.

Auch der Innenminister hob die besondere Verantwortung hervor, die mit dem Polizeiberuf verbunden ist. Mit dem Diensteid würden sich die Anwärterinnen und Anwärter zu den Werten des Grundgesetzes und der Hessischen Verfassung bekennen und damit Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger Hessens übernehmen. Darüber hinaus verwies Poseck auf moderne Einsatzmittel sowie auf Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Polizeiberufs, etwa durch die Erhöhung der Schichtzulage und der Polizeizulage.

Diese Anerkennung für die Arbeit der Polizei ist richtig und wichtig. Sie darf jedoch nicht bei wohlklingenden Worten auf der Bühne enden. Wer Respekt und Wertschätzung für die Beschäftigten der Polizei glaubwürdig vermitteln will, muss diese auch im dienstlichen Alltag spürbar machen. Aus Sicht der GdP besteht hier weiterhin erheblicher Handlungsbedarf.

Denn den öffentlichen Lobeshymnen stehen nach wie vor Personalengpässe, eine hohe Arbeitsbelastung in vielen Bereichen sowie Einsparungen gegenüber, die die Kolleginnen und Kollegen unmittelbar treffen. Auch beim behördlichen Rechtsschutz erleben Beschäftigte immer wieder Situationen, in denen sie sich vom Dienstherrn nicht ausreichend unterstützt fühlen. Gerade in Zeiten zunehmender Gewalt gegen Einsatzkräfte und wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es mehr als symbolische Anerkennung. Die Beschäftigten erwarten zu Recht Verlässlichkeit, Rückhalt und konkrete Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen.

Die Vereidigung bleibt dennoch ein besonderer Moment im Berufsleben jeder Polizistin und jedes Polizisten. Sie bot den Familien und Freunden der Anwärterinnen und Anwärter die Möglichkeit, an diesem wichtigen Meilenstein teilzuhaben, Erinnerungen festzuhalten und ins Gespräch zu kommen. Ein besonderer Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren sowie den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen der HöMS und der HPE, die mit ihrem Engagement für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten.

Den neuen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir für ihren weiteren Weg im Studium und im Polizeiberuf viel Erfolg, die notwendige Portion Idealismus - und einen Dienstherrn, der den bei der Vereidigung formulierten Anspruch von Respekt und Wertschätzung künftig auch im täglichen Handeln einlöst.

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