24.09.2026
Neue Wege gehen - Vorreiter sein
Gemeinsam geht was - Vorbereitung auf die Rente in Kooperation.
Neuland betraten die Seniorenvorstände der Landesverbände BW, BY und HE mit dem Seminar „Vorbereitung auf die Rente“ für unsere Mitglieder aus dem Tarifbereich. Inspiriert durch Erfahrungen der bekannten Ruhestands-Seminare für die Beamten, entschlossen sich die Seniorengruppen der drei Landesverbände ein neues dreitägiges Seminar zu entwickeln. Perfekt organisiert wurde das Seminar von Uli Decker, Mitglied im Geschäftsführenden Landesseniorenvorstand BW. Er sorgte auch während der Veranstaltung für einen reibungslosen Ablauf.
21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten am 8. Juni 2026 zur Hochschule der Polizei Baden-Württemberg, Institutsbereich Ausbildung Wertheim (IBA WH) an. Schon die Vorstellungsrunde zu Beginn des Seminars zeigte eine erste Herausforderung. Von Kassel in Norden, Offenburg im Süden und Regensburg im Osten reisten die Teilnehmer, davon übrigens fast die Hälfte Frauen, und sorgen für einen ordentlichen Mix an Dialekten. So war es für die Referentinnen und Referenten eine unvorhergesehene Aufgabe, sich sprachlich auf die Teilnehmenden einzustellen.
Den ersten Fachvortrag übernahm Frau Dr. Kathrin Tatschner vom Zentrum für Altersmedizin in Würzburg. Im Zentrum stand die Frage „Gesund und Alter – Geht das?“. Hinweise auf und Werbung für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und viel Bewegung war ihre Botschaft. Weiter forderte sie auf Lust auf Gesundhaltung, Wahrnehmung der Veränderungen im Alter, mögliche Einschränkungen, nicht nur körperlich. Fragen des Gewichts und des guten Hörens und Sehens standen ebenso auf ihrer Agenda wie die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall, Diabetes, Krebs, Osteoporose und Demenz. Sie warb für körperliche Aktivitäten und deren zahlreiche positive Auswirkungen. Beispielhaft zählte sie tägliche Bewegung, die das Immunsystem, die Muskelkraft, die Beweglichkeit und den Gleichgewichtssinn stärkt, auf. Bewegung hilft auch das seelische Wohlbefinden zu fördern und hilft Stress abzubauen.
Praktische Tipps und freiwillige Aufgaben für die Rente gab der Seniorenvorsitzende von Baden-Württemberg, Martin Zerrinius. Das Themenfeld umfasste ehrenamtliche Tätigkeiten bis hin zu Reisemöglichkeiten und sonstige Freizeitaktivitäten. Wichtig für ihn war die Empfehlung für ein strukturiertes Leben. Ein näheres Kennenlernen der Teilnehmenden ergab sich am Abend im Vereinsheim des SV Nassig.
Der zweite Seminartag hatte es in sich. Zunächst zeigte Bernd Braun, Landesseniorenvorsitzender von Hessen, die Vorteile der GdP-Mitgliedschaft in der Rente. Dazu bat zunächst die Teilnehmenden, was denn ihre Erwartung wäre. Der Abgleich mit den vorbereiteten Themen zeigte, dass wir sehr häufig übereinstimmten. Das war keine große Überraschung ist Bernd doch ein erfahrener Ruheständler und weiß, worauf es in diesem Lebensabschnitt ankommt.
Mit großer Spannung wurde der Vortrag von Hans Peter Scherer von der Deutschen Rentenversicherung erwartet. Fragen zur Beendigung des Arbeitslebens, zu den Voraussetzungen der Rentenpunkte wurden besprochen. Lehre, Studium, berufliche Ausbildung, Teilzeit, Arbeiten nach der Rente, Mütterrente, Kindererziehungszeiten und Prävention waren Schlagworte seines Vortrages. Seine dringende Empfehlung lautete: für ein Gespräch für eine individuelle Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung einen Termin einholen und um auch Lücken in der Erwerbsbiografie festzustellen. Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes haben bereits eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund für alle geforderte Betriebsrente. Aus diesem Grund wurde auch Frau Birgit Schertler von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zum Seminar eingeladen. Eine wichtige Botschaft war, dass die Stellung des Antrags zur Auszahlung der Zusatzversicherung erst nach Erhalt des Rentenbescheids möglich ist.
Von Jürgen Rittel, dem Zielgruppenmanager Öffentlicher Dienst in Süddeutschland der SIGNAL IDUNA gab es Informationen über das Versicherungsunternehmen „Polizei-Versicherungs-AG (PVAG), von der GdP und SIGNAL IDUNA, und deren Leistungen, von der Kranken- und Pflege- über die Unfall- und Haftpflichtversicherung, durch die Vorteile einer Mitgliedschaft in der GdP bei verschiedenen Versicherungsanlässen und die bildhafte Darstellung von möglichen Schadensereignissen.
Nach vielen Informationen zum Thema Rente und Versicherungen konnten sich die Teilnehmenden in der Sporthalle 45 Minuten lang unter dem Motto „Fit im Alter – Bewegung im Alter“ mit Richard Fehrenbacher vom SV Nassig, erholen. Nach dem Abendessen wurden die Geheimnisse des Taubertals erkundet. Im Kleinbus ging es unter Leitung von Uli Decker zur Weinprobe beim Weingut Ehrlenbach in Reicholzheim.
Am dritten Seminartag, Mittwoch, 10. Juni 2026, eröffnete unser GdP-Bundesseniorenvorsitzende Ewald Gerk das Tagesprogramm mit seinem Beitrag zu den Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung mit der dringenden Empfehlung dies zu regeln. In Vertretung des erkrankten Referenten Gerhard Kaiser von der GdP Hessen referierte Uli Decker über die Grundzüge des Erbrechts. Im zweiten Teil seiner Ausführungen ging Ewald Gerk auf die politischen Entwicklungen zur Gesundheits- und Pflegeversicherung, zum Bundeskongress und zu den Landtagswahlen im Herbst in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ein.
Den Abschluss des Seminars bildeten die Ausführungen von Gerhard Knorr, Landesseniorenvorsitzender in Bayern, zur Seniorenarbeit vor Ort mit praktischen Beispielen. Er forderte die Teilnehmenden auf, sich in die Seniorenarbeit aktiv mit einzubringen.
