jumpToMain
© Bild: iangvalerio / unsplash
Bild: iangvalerio / unsplash

12.04.2026

Verkehrsunfallstatistik 2025: Mehr Verkehrstote trotz stabilem Unfallniveau – GdP fordert Investitionen und Helmpflicht

Pressemitteilungen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen bewertet das insgesamt stabile Unfallniveau, das aus der heute vorgestellten Verkehrsunfallstatistik 2025 hervorgeht, als Beleg der wirksamen und guten Arbeit der Polizei. Vor allem die steigende Zahl der Verkehrstoten ist allerdings alarmierend und zeigt, dass gezielte Investitionen in die Verkehrssicherheit zur Verwirklichung der Vision Zero erforderlich sind. Die hohe Anzahl an Unfällen unter Einfluss von Cannabis wertet die GdP zudem als Beleg dafür, dass ihre Bedenken bezüglich der Legalisierung berechtigt waren.

„Die Polizei arbeitet im Bereich der Verkehrssicherheit konstant effektiv. Dennoch sind 372 Verkehrstote ein tragisch hoher Wert und ein deutliches Warnsignal. Von der Vision Zero sind wir leider noch weit entfernt“, erklärt der GdP-Landesvorsitzende Kevin Komolka. Die GdP Niedersachsen fordert vor diesem Hintergrund verstärkte Investitionen in moderne Verkehrssicherheitstechnik. Dazu zählen insbesondere intelligente Verkehrssysteme und Überwachungstechnologien, die den Verkehrsfluss steuern, Gefahrenlagen frühzeitig erkennen und die Polizei auch bei der Ahndung von Verstößen unterstützen. „Technische Mittel sind kein Ersatz für gute Polizeiarbeit, aber ein entscheidender Hebel, um Risiken frühzeitig zu minimieren und Einsatzkräfte zu entlasten“, so Komolka.

Besonders kritisch bewertet die GdP die Entwicklung bei den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmenden. Der deutliche Anstieg der tödlich verunglückten Zweiradfahrenden unterstreicht aus Sicht der Gewerkschaft den Handlungsbedarf. „Wer auf zwei Rädern unterwegs ist, trägt ein deutlich höheres Risiko. Deshalb plädieren wir für eine Helmpflicht für Radfahrende“, stellt Komolka klar. Zudem muss die Bekämpfung der Hauptunfallursachen wie überhöhte Geschwindigkeit und mangelnde Fahrtüchtigkeit weiter verstärkt werden. Komolka: „Gerade in Bezug auf den Rausch durch Cannabis haben wir früh vor der Legalisierung gewarnt. Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass hier eindeutig Fehler gemacht wurden und eine Überprüfung der geltenden Regelungen dringend notwendig ist.“

Die vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung vorgestellte Statistik weist für 2025 insgesamt 208.720 Verkehrsunfälle aus und damit ein nahezu unverändertes Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrstoten auf 372 und damit um 25 Fälle gegenüber 2024. Auffällig sind insbesondere Zunahmen bei Todesfällen im innerstädtischen Bereich, auf Autobahnen sowie bei Zweiradfahrenden und älteren Verkehrsteilnehmenden.