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14.06.2026

Nach Schuss auf Polizeibeamten in Göttingen: GdP fordert mehr Personal und konsequentes Vorgehen gegen kriminelle Großfamilien

Pressemitteilungen

Nach dem Schuss auf einen Polizeibeamten in Göttingen zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen tief betroffen und fordert politische Konsequenzen. Die Forderungen umfassen eine nachhaltige personelle Stärkung der Polizei, eine Ausweitung von Videoüberwachung an kriminalitätsbelasteten Orten und ein stärkeres Augenmerk auf kriminelle Großfamilien.

„Die Nachricht über den schwer verletzten Polizisten hat die Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land schwer erschüttert. Unsere Gedanken gelten dem Verletzten, seiner Familie sowie allen Einsatzkräften, die mit dieser Situation konfrontiert waren“, erklärt Kevin Komolka, Landesvorsitzender der GdP Niedersachsen. „Allein im Gebiet der Polizeidirektion Göttingen gab es bereits mehrere Schusswaffenvorfälle in diesem Jahr. Es kann nicht sein, dass diese Eskalation der Gewalt zur Normalität wird. Der Vorfall gibt Anlass zur Sorge und muss politische Konsequenzen haben.“

Die GdP verweist in dem Zusammenhang auf den hohen Personaleinsatz, den Lagen wie diese bedeuten. „Der aktuelle Fall zeigt, wie personalintensiv ein einzelner Vorfall schnell werden kann: Zunächst für den Einsatz vor Ort, anschließend für Fahndung, Ermittlung und die weitere Gefahrenabwehr. Durch die ‚Nacht der Kultur‘ war in Göttingen ohnehin ausreichend Personal verfügbar, um die Lage schnell und professionell zu bewältigen. Diese hohe Einsatzbereitschaft darf aber nicht vom Zufall abhängen. Niedersachsen braucht dauerhaft mehr Polizeibeschäftigte“, fordert Komolka. Darüber hinaus regt er die Prüfung einer Ausweitung der Videoüberwachung an kriminalitätsbelasteten Orten an: „Es ist widersprüchlich, dass wir bei den Ermittlungen jetzt vermehrt auf Handyaufnahmen der Bevölkerung zurückgreifen müssen, während wir grundsätzlich dazu aufrufen, Einsätze nicht zu filmen.“

Besondere Aufmerksamkeit muss zudem auf kriminelle Großfamilien gerichtet werden, die sich im Zusammenhang mit schweren Straftaten und Gewaltkriminalität besonders skrupellos zeigen. „Diese Gruppierungen sind statistisch zwar nur für einen kleinen Teil der Kriminalität verantwortlich. Sie sorgen aber häufig für erhebliche Belastungen von Polizei und Justiz. Diese Strukturen müssen konsequent bekämpft werden“, so Komolka. „Der Rechtsstaat darf nicht zulassen, dass sich einzelne Gruppen durch Gewalt, Einschüchterung oder die Missachtung staatlicher Regeln unrechtmäßige Freiräume verschaffen. Hiergegen muss mit der notwendigen polizeilichen Härte vorgegangen werden.“