27.09.2026
Dunkelfeldstudie 2025: Hohes Vertrauen als Beleg guter Polizeiarbeit
Die heute vorgestellte Dunkelfeldstudie 2025 bestätigt aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen die hohe Qualität der Polizeiarbeit im Land. Die GdP sieht zugleich aber Handlungsbedarf beim Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, der Anzeigenbereitschaft und der Bewältigung digitaler Kriminalität. IT-Kompetenzen und technische Möglichkeiten der Polizei sind darum konsequent weiter auszubauen sowie Prävention und vertrauensbildende Maßnahmen dauerhaft zu stärken.
Mehr als 90 Prozent der Befragten nehmen die Landespolizei unter anderem als bürgerfreundlich, höflich, professionell, ansprechbar und fachkundig wahr. 81 Prozent bewerten ihre Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung positiv. „Der professionellen Arbeit der Menschen bei der Polizei ist es zu verdanken, dass Niedersachsen weiterhin ein sicheres Land ist. Das belegen die Ergebnisse auch in Bezug auf das hohe Vertrauen, das die Menschen der Polizei und ihrer Arbeit entgegenbringen. Gleichzeitig müssen wir ernst nehmen, dass sich das Sicherheitsgefühl vieler Menschen deutlich negativer entwickelt als die tatsächliche Kriminalitätslage. Sicherheit muss von den Menschen auch wahrgenommen werden“, sagt der Landesvorsitzende der GdP Niedersachsen, Kevin Komolka.
Trotz des großen Vertrauens müsse zugleich die Wahrnehmung der Gleichbehandlung in den Blick genommen werden: „Zwar stimmen 70 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Polizei Deutsche und Ausländer gleichbehandelt. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die dieser Aussage nicht oder nicht vollständig zustimmen, noch zu hoch. Darum gilt es, die Ursachen dieser Eindrücke herauszufinden und die Vertrauensarbeit konsequent fortzuführen“, so Komolka.
Handlungsbedarf sieht die GdP darüber hinaus bei der Anzeigenbereitschaft. Nur 22 Prozent der für 2024 berichteten Straftaten wurden angezeigt. Gerade der hohe Anteil der nicht angezeigten Sexualdelikte ist besorgniserregend. Als einen Grund für eine Nichtanzeige nannten die Betroffenen die Annahme, die Polizei könne den Fall ohnehin nicht aufklären. „Wer sich an die Polizei wendet, muss darauf vertrauen können, dass auch komplexe und schwer aufklärbare Straftaten mit den bestmöglichen Mitteln bearbeitet werden. Dafür muss die Politik auf der Planungsebene ausreichend Personal, moderne technische Möglichkeiten und mit Blick auf den wachsenden Bereich der Cyberkriminalität vor allem spezialisierte IT-Kompetenzen gewährleisten. Gleichzeitig müssen Prävention und niedrigschwellige Zugänge zur Polizei weiter gestärkt werden, damit mehr Straftaten angezeigt werden und das Vertrauen in die staatliche Sicherheitsarbeit auch in neuen Kriminalitätsfeldern eingelöst werden kann“, fordert Komolka.
Die „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität in Niedersachsen 2025“ ist die sechste landesweite Dunkelfeldbefragung seit 2013 und ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um nicht angezeigte Straftaten, Opfererfahrungen und das subjektive Sicherheitsgefühl.
