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01.11.2026

Organisierte Kriminalität: GdP fordert Stärkung spezialisierter Ermittlungsbereiche

Pressemitteilungen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen fordert anlässlich der Vorstellung des Lagebilds Organisierte Kriminalität 2025 eine nachhaltige personelle und technische Stärkung der spezialisierten Ermittlungsbereiche. Trotz rückläufiger Verfahrenszahlen bleibt die Bekämpfung international vernetzter und zunehmend komplexer krimineller Strukturen eine große Herausforderung.

Kevin Komolka, Landesvorsitzender der GdP Niedersachsen, erklärt dazu: „Unsere hoch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen arbeiten oft über viele Monate hinweg an komplexen Ermittlungen, um kriminelle Netzwerke aufzudecken. Diese anspruchsvolle Arbeit verdient höchste Anerkennung. Der Rückgang von 82 auf 65 Verfahren im Vergleich zum Vorjahr ist dabei kein Grund zur Entwarnung. Die kriminellen Strukturen entwickeln sich ständig weiter, nutzen moderne Technologien und agieren zunehmend international. Um hier Schritt halten zu können, braucht die Polizei ausreichend Personal und langfristige Perspektiven zur Bindung der Beschäftigten in den spezialisierten Ermittlungsbereichen. Auch weitreichende technische und rechtliche Möglichkeiten können ihre Wirkung nur entfalten, wenn ausreichend qualifizierte Beschäftigte für ihre Anwendung und die anschließende Ermittlungsarbeit zur Verfügung stehen.“

Insbesondere die internationale Vernetzung krimineller Gruppierungen, verschlüsselte Kommunikation und die Auswertung großer Datenmengen stellen hohe Anforderungen an die Ermittlungsbehörden. Die GdP fordert daher eine nachhaltige personelle Stärkung der spezialisierten Ermittlungs- und Analysebereiche. Auch attraktive Fachkarrieren, Fortbildungsangebote sowie moderne digitale Analysewerkzeuge sind wichtige Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung.

Neben der erfolgreichen Ermittlungsarbeit bewertet die GdP die konsequente Vermögensabschöpfung als wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Kevin Komolka: „Kriminelle Netzwerke dürfen nicht dauerhaft von ihren illegal erwirtschafteten Gewinnen profitieren. Die Sicherung von rund fünf Millionen Euro ist bereits ein deutliches Zeichen. Angesichts geschätzter krimineller Erträge von mehr als 27 Millionen Euro zeigt sich jedoch, wie wichtig es ist, die Möglichkeiten der Vermögensabschöpfung weiter zu stärken. Wir fordern deshalb eine rechtssichere Beweislastumkehr bei Vermögenswerten ungeklärter Herkunft. Damit würden wir die Täter besonders hart treffen und ihnen die finanziellen Grundlagen für weitere Taten entziehen. Die Erlöse aus eingezogenen kriminellen Vermögenswerten müssen zudem gezielt in die Stärkung der Kriminalitätsbekämpfung zurückfließen.“