01.03.2026
Kriminalstatistik: Politik darf
keine falschen Schlüsse ziehen!
Düsseldorf. Bei der heute von NRW-Innenminister Herbert Reul vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind die Fallzahlen zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen (-3%). Auch die Aufklärungsquote hat sich noch einmal leicht verbessert auf 53,69%. Das ist gut – aber kein Grund für eitel Sonnenschein. „Die Politik darf jetzt keine falschen Schlüsse ziehen und sich zurücklehnen“, warnt Ernst Herget, im GdP-Landesvorstand zuständig für Kriminalitätsangelegenheiten.
Raub, Diebstähle, Einbrüche, Körperverletzungen, Betrug gegen ältere Menschen: Bei der sogenannten Alltagskriminalität sind die Zahlen trotz Rückgängen weiter zu hoch. „Das prägt das Sicherheitsgefühl der Bürger“, erklärt Herget. Hier helfe nur mehr Polizeipräsenz: „Dafür muss deutlich mehr Personal in den Wachen und Kommissariaten ankommen!“ Außerdem müsse die Polizei entlastet werden – von Bürokratie und von Aufgaben, die andere übernehmen können.
„Die notwendige Diskussion dazu läuft – jetzt müssen den Worten Taten folgen“, mahnt Ernst Herget. Ebenfalls wichtig: Es darf nicht bei Tarifbeschäftigten gespart werden. „Sie entlasten Beamtinnen und Beamte und schaffen Raum für Ermittlungen“, erklärt das GdP-Landesvorstandsmitglied. Gerade auch im Bereich der Kripo seien Tarifbeschäftigte wichtig für leistungsfähige Kommissariate: „Kriminalität darf nicht nur verwaltet werden!“
Aus Sicht unserer Gewerkschaft zeigen die PKS-Zahlen vor allem eines: „Dass die Kolleginnen und Kollegen bei der Polizei auch in schweren Zeiten ganz hervorragende Arbeit leisten“, betont Ernst Herget. Die Kriminalstatistik sagt nichts über den damit verbundenen Aufwand. „Polizei ist heute an allen Ecken und Enden gefordert. Hybride Bedrohung und Bekämpfung der Messerkriminalität sind da nur zwei Beispiele von vielen“, so das GdP-Landesvorstandsmitglied.
Umso wichtiger ist es, dass die Politik gute Rahmenbedingungen für gute Polizeiarbeit schafft. Wie schwer es unsere Kolleginnen und Kollegen haben, zeigt nicht zuletzt diese Zahl aus der Polizeilichen Kriminalstatistik: 2025 gab es insgesamt 10.187 Widerstände und tätliche Angriffe gegen Polizeivollzugsbeamte – 2,62% mehr als im Vorjahr.
