jumpToMain
© Pressestelle_PP Mainz
Pressestelle_PP Mainz

19.04.2026

Digitale VU-Aufnahme - Pilot im PP Koblenz erfolgreich !

FA S Mitgliederinfos

Unfallaufnahme durch
VU-Aufnahmeteams 

Der Pilot im PP Koblenz hat sich als Erfolg dargestellt. Dort wurde unmittelbar bei der Verkehrsdirektion ein VU-Aufnahmeteam installiert, welches schwere und Schwerstunfälle gutachterlich aufgenommen und bearbeitet hat. Ein parallel im PP Mainz, bei der PI Bad Kreuznach gestarteter Pilot, bei dem die digitalisierte VU-Aufnahme „aus der Schicht heraus“ erfolgen sollte, erwies sich schnell als ineffizient und nicht praktikabel. Schon während der Pilotphase in Koblenz wurde ein weiteres VU-Aufnahmeteam im PP Trier installiert. Hier wurde das Team an die KD angebunden, um erste Erfahrungen mit einem integrativen Ansatz zu machen.  

Die Arbeit des VU-Aufnahmeteams zeigte, dass es um eine höchst spezialisierte und technisch aufwendige Arbeit geht. Nur mit dem nötigen technischen Gerät (digitale Auslesegeräte, Drohnen, Hard- und Softwarekomponenten zur Auswertung und Aufbereitung der Daten, etc.) ist eine qualifizierte und professionelle VU-Aufnahme im Sinne der VU-Teams möglich.

Hierbei geht es nicht um die einfach gelagerten Unfälle, wie sie bei jeder PI tagtäglich aufgenommen und professionell bearbeitet werden. Vielmehr geht es um die Rekonstruktion komplexer Unfallgeschehen mit oft tragischem Ausgang. Die Kolleginnen und Kollegen des VU-Aufnahmeteams verstehen sich als Unterstützung der Dienststellen und leisten einen wichtigen Beitrag zur spezialisierten Verkehrssicherheitsarbeit.

Nach Abschluss der Piloten in Koblenz und Trier werden diese Teams bis auf weiteres weiter eingesetzt. Außerdem soll es einen Anschluss-Piloten im PP Mainz geben, hier sollen mögliche Synergieeffekte bei der Schutz- und Kriminalpolizei weiter vertieft werden. Es sollen sowohl kriminalpolizeiliche Tatorte als auch Verkehrsunfallgeschehen aufgenommen, ausgewertet, aufbereitet und bearbeitet werden.  

Die Erfahrungen aus Trier haben bereits gezeigt, dass insbesondere bei der Nutzung des technischen Equipments sowohl die schutz- als auch die kriminalpolizeilichen Aspekte berücksichtigt werden können und so potenzielle Einspareffekte zu erzielen sind. Die Kolleginnen und Kollegen nutzten in Trier das „digitale Ereignisteam“ spartenübergreifend. 

Die abgeschlossenen Piloten, egal unter welcher Führung und mit welcher Zielrichtung, haben gezeigt, dass sich Unfallstellen oder Tatorte verändert haben. Die Polizei muss auch hier auf die modernen Entwicklungen, vor allem im technischen und digitalen Bereich, reagieren, nur so kann professionelle Polizeiarbeit geleistet werden. 

 

Position der GdP

Die GdP begrüßt die Bildung von VU-Aufnahme-Teams grundsätzlich. Klar ist aber auch, diese Teams werden Personal kosten, welches zwingend zur Verfügung gestellt werden muss! Wenn wir als Polizei zukunftsfähig agieren wollen, geht das nur mit modernster Technik und dem nötigen Know-how. Die Piloten haben eindrücklich die Möglichkeiten aber auch die Notwendigkeiten belegt. 

Beim Einsatz dieser hochspezialisierten Teams geht es, wie im Arbeitsauftrag seinerzeit festgelegt, um die Bearbeitung und Aufklärung von tödlichen Verkehrsunfällen, Unfällen mit Schwerstverletzten oder Unfälle im Zusammenhang mit illegalen Fahrzeugrennen oder technisch veränderten Fahrzeugen. Das Team aus Koblenz wurde in Einzelfällen bereits bei der Auswertung von Streifenwagen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen mit Dienstfahrzeugen (VUDF) eingesetzt. Die beschriebene „Einschreitschwelle“ muss aus Sicht der GdP auch für den internen Einsatz der VU-Aufnahmeteams gelten.

© Stephan Dinges
Stephan Dinges
„Die Arbeitsgruppe und die Pilotierung wurde durch uns eng begleitet. Die Polizei geht einen wichtigen Schritt in der technischen Entwicklung mit. Was Fahrzeughersteller an Technik verbauen, darf durch die Polizei bei der „Tatortarbeit“ nicht ungenutzt bleiben. Wir als GdP sind überzeugt von der Leistungsfähigkeit der VU-Aufnahmeteams, welche Personal kosten werden. Den bereits im Einzelfall erfolgten Einsatz des Teams bei VUDF sehen wir (zumindest nach jetziger Nutzung) kritisch. Er darf aus Sicht der GdP nicht ohne vorherige interne Regelungslage und nur nach klaren Spielregeln erfolgen.“
Ingo Schütte, stellvertretender Landesvorsitzender