15.02.2026
Tarifergebnis 2026 – ein Lichtblick mit Schattenseiten
Entgelterhöhungen erreicht, strukturelle Verbesserungen bleiben aus
Am Freitag wurde in Potsdam die dritte und letzte Runde der Tarifverhandlungen beendet. Es konnte nach langen und schwierigen Gesprächen eine Entgelterhöhung erreicht werden. Diese hat einen Gesamtumfang von 5,8% mit einer Laufzeit von 27 Monaten.
Das Ergebnis im Detail:
- ab 01. April 2026
+ 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro
- ab 01. März 2027
+ 2 Prozent
- ab 01. Januar 2028
+ 1 Prozent
Für unsere Auszubildenden, Praktikantinnen und Praktikanten
- ab 01. April 2026 + 60 Euro
- ab 01. März 2027 + 60 Euro
- ab 01. Januar 2028 + 30 Euro
Weitere Verbesserungen im Azubi-Bereich:
- Verlängerung der Übernahmeregelung
- Staffelung von Abschlussprämien:
500 Euro für „Sehr gut“ oder „gut“
400 Euro für „Befriedigend“ oder „Ausreichend“
- Angleichung der vermögenswirksamen Leistungen auf 13,29 Euro
Weitere Themen im Tarifbereich:
- Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage im Tarifbereich auf 200 bzw. 100 Euro
- Einigung zur Entstehung von Überstunden bei Teilzeitbeschäftigten ab Überschreitung der individuellen Arbeitszeit
- Ost-West-Angleichung: Kündigungsschutz
Warum Schattenseiten?
Wir wollten in der Tarifrunde mehrere strukturelle Verbesserungen erreichen, u.a. die stufengleiche Höhergruppierung. Leider haben auch in diesem Jahr die Arbeitgeber alle Verbesserungen an Verschlechterungen im Arbeitsvorgang geknüpft. Das haben wir als Gewerkschaften konsequent abgelehnt.
Aus Sicht der GdP wurde hiermit ein wichtiger Schritt verpasst im Länderbereich die Attraktivität zu steigern. Somit blieb der große Wurf leider aus.
Wir möchten uns bei allen streikenden Mitgliedern bedanken! Ihr habt uns bei den Verhandlungen unterstützt und jede Einzelne und jeder Einzelne hat zu dieser Erhöhung beigetragen. Vielen Dank!
Die Landesregierung hat bereits signalisiert das Tarifergebnis auf die Beamtinnen und Beamten, sowie die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger zu übernehmen. Sie macht jedoch auch deutlich, dass dies im Ermessen einer zukünftigen Landesregierung liegt.
Egal wer uns gegenüber sitzt, wir werden für die Übertragung streiten und mit denen reden, die es verantworten müssen.
In eigener Sache: Uns ist bewusst, dass dieses Ergebnis nicht alle Erwartungen erfüllt. Tarifverhandlungen bedeuten immer, unterschiedliche Interessen zu einem tragfähigen Kompromiss zusammenzuführen und genau das ist in dieser Runde unter schwierigen Bedingungen gelungen.
Wir laden euch ein, weiterhin offen und sachlich über Ergebnisse, Prozentsätze und Perspektiven zu sprechen. Der Austausch mit euch ist für unsere Arbeit unverzichtbar und hilft uns, zukünftige Forderungen noch stärker zu machen.
Unsere ehrenamtlichen GdP-Vertreterinnen und -Vertreter setzen sich mit großem Engagement und persönlichem Einsatz für eure Interessen ein. Dieses gemeinsame Engagement ist die Grundlage dafür, dass Verbesserungen überhaupt möglich werden.
Lasst uns diesen Weg weiterhin solidarisch, respektvoll und konstruktiv miteinander gehen.
