09.03.2026
Drohnenabwehr jetzt konsequent stärken
Innere Sicherheit erfordert klare Zuständigkeiten, moderne Technik und ausreichend Personal
Die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen zeigen deutlich, dass Deutschland und Europa vor neuen Herausforderungen stehen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Rheinland-Pfalz begrüßt daher ausdrücklich die Bemühungen von Bund und Land, die Fähigkeiten zur Drohnenabwehr konsequent auszubauen und die Polizei auf neue Bedrohungslagen vorzubereiten.
Mit der jüngst vorgestellten Weiterentwicklung der polizeilichen Fähigkeiten zur Detektion und Abwehr von Drohnen reagiert das Land Rheinland-Pfalz auf eine sich dynamisch verändernde Sicherheitslage. Drohnen können missbräuchlich eingesetzt werden und stellen insbesondere für kritische Infrastrukturen oder Großveranstaltungen eine reale Gefahr dar. Moderne Systeme zur frühzeitigen Erkennung und Einordnung solcher Bedrohungen sind daher ein wichtiger Baustein für den Schutz der Bevölkerung.
Auch die bundesweite Kooperation, etwa durch die Einrichtung eines Drohnenabwehrzentrums, ist ein richtiger und notwendiger Schritt. Drohnenbedrohungen machen nicht an Landesgrenzen halt. Eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern sowie einheitliche technische Standards sind entscheidend, um schnell und wirksam reagieren zu können.
Gleichzeitig macht die GdP Rheinland-Pfalz deutlich, dass rechtliche Befugnisse allein nicht ausreichen. Mit der Novellierung des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes wurde zwar eine wichtige Grundlage geschaffen, damit Polizeibeamtinnen und -beamte Drohnen aufspüren, stören oder unschädlich machen können. Damit diese Befugnisse in der Praxis auch wirksam greifen, braucht es jedoch zwingend die entsprechende technische Ausstattung, spezialisierte Schulungen und ausreichend Personal.
Die GdP Rheinland-Pfalz erneuert daher ihre Forderung nach einem Sondervermögen „Innere Sicherheit“, dass gezielt Investitionen in moderne Sensor- und Abwehrsysteme, spezialisierte Einsatzteams sowie nachhaltige Ausbildungs- und Fortbildungsstrukturen ermöglicht. Sicherheit darf nicht an finanziellen Grenzen scheitern. Nur mit einer verlässlichen Finanzierung kann die Polizei den neuen gesetzlichen Auftrag tatsächlich erfüllen.
Der Handlungsdruck ist dabei größer denn je. Die Eskalation im Nahen Osten, militärische Auseinandersetzungen im europäischen Raum sowie zunehmende hybride Bedrohungsformen zeigen, dass auch zivile und militärische Infrastrukturen verstärkt in den Fokus feindlicher oder destabilisierender Akteure geraten können. Unbemannte Luftfahrtsysteme spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie vergleichsweise kostengünstig, schwer zu identifizieren und vielseitig einsetzbar sind – sowohl zur Ausspähung als auch zur gezielten Störung kritischer Einrichtungen.
Gerade Rheinland-Pfalz trägt in diesem Zusammenhang eine besondere sicherheitspolitische Verantwortung. Mit zentralen US-Militärstandorten wie der Air Base Ramstein, der Air Base Spangdahlem sowie weiteren militärischen Einrichtungen befindet sich im Land ein bedeutender Teil der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Diese Standorte haben eine zentrale Rolle für NATO-Operationen, logistische Abläufe und internationale Sicherheitskooperationen.
Der Schutz dieser Einrichtungen sowie ihres Umfeldes stellt auch die Sicherheitsbehörden des Landes vor besondere Herausforderungen. Illegale oder feindlich eingesetzte Drohnen könnten zur Ausspähung sensibler militärischer Infrastruktur, zur Störung des Flugbetriebs oder zur Vorbereitung weiterer sicherheitsrelevanter Aktivitäten genutzt werden.
Hinzu kommt, dass illegale Drohnenaktivitäten über kritischen Infrastrukturen und militärischen Einrichtungen bereits bundesweit zunehmen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die Drohnenabwehr eine sicherheitspolitische Aufgabe ist, die keinen Aufschub duldet.
Der stellv. Landesvorsitzende der GdP Rheinland-Pfalz, Sven Hummel, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf:
„Die Bedrohung durch Drohnen ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern Teil der aktuellen Sicherheitslage. Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen klare Zuständigkeiten, rechtssichere Eingriffsbefugnisse und vor allem die technische Ausstattung, um Bedrohungen aus der Luft wirksam begegnen zu können.“
Mit Blick auf die geopolitische Lage ergänzt Hummel:
„Die Eskalation im Nahen Osten und die militärischen Spannungen im europäischen Raum zeigen, wie schnell sich Sicherheitslagen verändern können. Rheinland-Pfalz mit seinen bedeutenden US-Militärstandorten trägt eine besondere Verantwortung. Der Schutz dieser Einrichtungen und der umliegenden Bevölkerung erfordert eine leistungsfähige und moderne Drohnenabwehr.“
Aus Sicht der GdP Rheinland-Pfalz braucht es daher jetzt entschlossene Entscheidungen:
- klare und bundesweit abgestimmte Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und weiteren Sicherheitsbehörden,
- flächendeckende technische Detektions- und Interventionssysteme,
- spezialisierte Fortbildung und zusätzliche Fachkräfte,
- eine enge Kooperation mit Bundeswehr, europäischen Partnern und Luftsicherheitsbehörden.
Nur wenn Technik, Recht und Organisation aufeinander abgestimmt sind, kann eine effektive Drohnenabwehr entstehen. Die extrem kurzen Innovationszyklen der Drohnentechnologie erfordern dabei eine flexible, resiliente und zukunftsfähige Sicherheitsarchitektur.
„Die Zeit für eine wirksame, rechtssichere und voll ausgestattete Drohnenabwehr ist jetzt. Nur wenn Technik, Personal und klare Zuständigkeiten zusammenkommen, kann die Polizei ihrer Aufgabe gerecht werden, die Menschen und die kritische Infrastruktur in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu schützen“stellv. Landesvorsitzender Sven Hummel
